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Klinikchefin Dr. Ehlebracht-König leitet Seminar / Bewegung vorrangig

An Morbus Bechterew können schon Jugendliche erkranken

Bad Eilsen (sig). Es ist eine traurige Wahrheit, dass schon junge Menschen mit einer Erkrankung leben müssen, die man eher den älteren Menschen zuordnet. Die Rede ist von Morbus Bechterew, einem chronischen Gelenkleiden, für das noch kein Heilmittel gefunden wurde. Es ist aber falsch, dieses Schicksal einfach als gottgegeben hinzunehmen. Deshalb richtete der niedersächsische Landesverband der "Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew" im Eilser "Fürstenhof" ein Jugendseminar aus.

veröffentlicht am 13.11.2008 um 00:00 Uhr

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Geleitet wurde diese Veranstaltung von der Chefärztin der "Internistisch-Rheumatologischen Klinik" des Rehazentrums, Dr. Inge Ehlebracht-König. Die 21 Teilnehmer kamen aus allen Teilen Niedersachsens. Sie wurden über neue Erkenntnisse in der Diagnostik und Therapie informiert und vertraut gemacht mit sportlichen Angeboten, die zur Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit beitragen. Dazu gehören auch Gymnastik, Nordic Walking und Qi Gong. Besonders gut getan hat auch ein Aufenthalt in der Kältekammer. "So lange man sich noch einigermaßen bewegen kann, geht es einem an Morbus Bechterew Erkrankten gut", sagt die junge stellvertretende Landesvorsitzende Kathrin Reinsch aus Hannover. Im Durchschnitt bricht diese Leiden zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr aus, möglicherweise durch genetische Veranlagungen, aber auch das ist nicht sicher erwiesen. Die jungen "Bechtis", wie sie sich selber nennen, haben sich vorgenommen, gemeinsame Unternehmungen wie Stammtische, Wochenendseminare und andere Treffen zu organisieren, um den Erfahrungsaustausch zu intensivieren und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Gerade die neu Erkrankten benötigen Ansprechpartner. Kathrin Reinsch: "Wir müssen ihnen helfen, dieses Erlebnis zu bewältigen, und ihnen deutlich machen, dass man damit auch älter werden kann." Der Arzt, den man zu Rate zieht, sollte nach Möglichkeit ein internistischer Rheumatologe sein. Wer Mitglied der Selbsthilfeorganisation ist, erhält übrigens auch eine Zeitschrift, die wichtige Informationen bietet. Über www.bechterew.de mit einem Link zum Forum besteht zudem die Möglichkeit, dass Betroffene sich austauschen. Der Landesvorsitzende Rüdiger Schmidt aus Luhden, der das Seminar besuchte, freut sich über die Aktivitäten des Nachwuchses. Er bezeichnete die Eilser Rheumatologin Dr. Inge Ehlebracht-König als eine wichtige Ratgeberin seines Verbandes, der inzwischen bereits über 57 aktive Selbsthilfegruppen verfügt.

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