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Volksbank gewährt LZ/SZ-Lesern Blick in den Tresorraum / 42 Zentimeter Stahlbeton / Die Tür wiegt drei Tonnen

An "Goliath" beißen sich Panzerknacker die Zähne aus

Bückeburg (mig). 42 Zentimeter Spezialbeton, dicke Stahlplatten und ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem - an "Goliath" beißen sich kriminelle Panzerknacker die Zähne aus. Was Räubern und Dieben unmöglich ist, gestattete die Volksbank in Schaumburg 13 Lesern der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung. Im Rahmen der derzeit stattfindenden Sommer-Aktion durften die Teilnehmer einen kurzen Blick in das "Allerheiligste" der Bückeburger Hauptstelle werfen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:46 Uhr

Gruppenbild nach dem Besuch. Klaus Balzer aus Rinteln: "Das ist

Ein Zauberwort wie in "Tausendundeiner Nacht" gibt es nicht - Monika Luhmann braucht ihre ganze Kraft, um die drei Tonnen schwere Stahltür zur Seite zu schieben. Wie in Zeitlupe schwingt die halb-Meter dicke Tür nach außen auf, sechs Stahlbolzen ziehen sich ins Innere des Panzers zurück. "Mann ist die dick", staunt der 11-jährige Lucas, lugt vorsichtig in den Raum und ist dann doch etwas enttäuscht. Der Tresor ist leer - statt Geldspeicher-Gold wie im Comic-Heft sind nur hunderte von Schließfächer zu sehen. "Wo ist denn der Schatz?", fragt ein Teilnehmer scherzhaft und lässt den Blick über die Betonwände gleiten. "Der ist in den Schließfächern", erklärt Monika Luhmann und deutet auf die vielen Edelstahlschubladen. Was genau in den Fächern gelagert wird, weiß die Bankangestellte aber auch nicht. "Den Inhalt kennen nur unsere Kunden", sagt sie und mutmaßt: "Wahrscheinlich finden sich dort Goldbarren, viel Schmuck, Geld und Münzen." Dass die Tresor-Tour trotz fehlender Wertsachen interessant war, ist vor allem Frau Luhmann zu danken. Die langjährige Bankangestellte plauderte aus dem Nähkästchen und erzählte, wie die Bank trotz einiger Widerstände im Jahr 1976 von Fürst Philipp-Ernst zu Schaumburg-Lippe gebaut worden war. "An der Sandsteineinfassung draußen ist sein Wappen zu sehen", verriet Luhmann, die schon damals in Bückeburgarbeitete. Und noch ein anderes Geheimnis lüftete die Angestellte exklusiv für die Bückeburger Besuchergruppe: Hinter einer Schließfach-Imitation befindet sich wie in einem trojanischen Pferd der Geldvorrat der Bank. Luhmann: "Das hier ist die eigentliche Tür zu unserem Geld. Wenn wir etwas einzahlen, kommen die Banknoten durch den Einwurfschlitz hier runter, wenn wir etwas auszahlen, kriegen wir es von unten automatisch hochgeliefert." Auch weil die Mitarbeiter nicht mehr an das große Geld herankommen, hat sich die Anzahl der Banküberfälle insgesamt verringert, andererseits nimmt die Brutalität der Räuber aber drastisch zu. "Manch einer glaubt nicht, dass wir keinen Zugriff mehr haben und verlangt, das Unmögliche möglich zu machen", machte Luhmann bei der Führung deutlich. Vor einiger Zeit wurde auch die Bückeburger Hauptstelle Opfer eines Einbruchs. Bis zum Tresor im Keller ist aber bisher noch kein Dieb vorgedrungen.

Ganz schön schwer: Lucas (11), Marina (10) und Katharina (12) mü
  • Ganz schön schwer: Lucas (11), Marina (10) und Katharina (12) müssen ganz schön schieben, um die drei Tonnen schwere Tür zu bewegen. Fotos: mig
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