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Forst sichtet Orkanschäden / Selbst Buchen halten dem Winddruck nicht Stand / Warnung

An der Paschenburg am schlimmsten gewütet

Eine Schneise in den Wald geschlagen hat Orkan "Kyrill" an der Verbindungsstraße zwischen Deckberger Pass und Paschenburg. Fotos: tol Landkreis (wm/kk). Zurzeit lasse sich beim besten Willen der Orkanschaden im Forst in Festmetern gerechnet noch nicht beziffern, schilderte Forstdirektor Christian Weigel, Leiter des Forstamtes in Hessisch Oldendorf, zuständig für die Wälder rund um Rinteln. "Wir haben in den letzten Tagen mit dem Einsatz aller Mitarbeiter gerade die großen Straßen freigeschnitten". Die meisten Waldwege seien noch nicht frei, und somit komme man auch nicht in die Bestände heran.

veröffentlicht am 23.01.2007 um 00:00 Uhr

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Im Norden, rund um die Paschenburg, habe der Orkan am schlimmsten gewütet, ebenso im Taubenberg von Uchtdorf bis Wennenkamp. Die von "Kyrill" gefällten Bäume seien zu 80 Prozent Fichten, vor allem Bestände, die bereits vom Borkenkäfer befallen gewesen seien. Es habe aber auch Buchen und Eichen getroffen, schilderte Weigel. Am Messingsberg beispielsweise habe eine Windhose in einem geschlossenen Buchenbestand viele Bäume flachgelegt. Erst in einer Woche, schätzt Weigel, könnten die Waldarbeiter die letzten Wege freigeräumt haben. Auch ein Problem für die Kunden in der Möbelindustrie, die Holz bestellt und bezahlt haben, "aber wir kommen an die im Wald gelagerten Stämme gar nicht heran, das ist für uns jetzt zuallererst ein logistisches Problem." Anrufer, die sich um das Wohlergehen von Rehen und Schwarzwild sorgen, kann Weigel beruhigen. Vermutlich sei das eine oder andere Tier tatsächlich erschlagen worden, aber die meisten hätten im jungen Dickicht vor dem Orkan Schutz gefunden. Damit eine Orkanböe einen tonnenschweren Baum umkippen kann, brauche er einen Hebel, die meisten umgeworfenen Bäume seien zwischen 20 und 30 Meter hoch gewesen, Jungbäumen sei dagegen nichts passiert. Damit neuer Wald auf den Kahlflächen wieder hochkommen kann, müsse man jetzt schnell handeln, betonte Weigel, denn was zuerst wächst, sei das Brombeergestrüpp, das kleine Pflanzen gar nicht mehr hochkommen lässt. "Im Raum Bückeburg sind wir erfreulicherweise nicht so stark betroffen", stellte Forstdirektor Christian Fischer von der Fürstlichen Hofkammer fest. Im Harrl und im Schaumburger Wald hätten sich die Sturmschäden im Vergleich zu anderen Regionen in Grenzen gehalten. Hintergrund: Hier ist der Anteil an Laubholz besonders groß. Buche und Eiche reagieren längst nicht so empfindlich auf Orkanböen wie zum Beispiel Fichten. In einer ersten Schadensaufnahme kommt Fischer auf 2000 Festmeter Holz im Schaumburger Wald und 1500 Festmeter im Revier Harrl, die dem Orkantief Kyrill und seinen Nachfolgern zum Opfer fielen. Deutlich größere Schäden gab es in den fürstlichen Wäldern im lippischen Bergland. Hier ist auch der Nadelholzanteil größer. Rund ums Bückeburger Schloss stürzten einige Pappeln um. Diese Laubbäume haben ein relativ weiches Holz und sind deshalb gerade als Solitaire anfällig gegen Sturm. Auch am Wochenende wurde in den fürstlichen Revieren mit Hochdruck gearbeitet, um akute Gefahren zu beseitigen. Für die weiteren Arbeiten sind jetzt Spezialisten gefragt, die über entsprechende Technik und Erfahrung zur Beseitigung von Windbruch verfügen. Ab heute sind die fürstlichen Forsten wieder zum Betreten freigegeben - natürlich nur auf den markierten Wegen. Fischer warnt Spaziergänger aber ausdrücklich dafür, Windbrüche zu betreten: Hier können immer noch Bäume umstürzen und Äste herabfallen.

Am Waldrand in Steinbergen sind zwei alte Buchen dem Orkan zum O
  • Am Waldrand in Steinbergen sind zwei alte Buchen dem Orkan zum Opfer gefallen, Bäume, die sonst eher als sturmresistent gelten.


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