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Hannoveraner York Fusch auf Schloss Hülsede zum Vorsitzenden von Niedersachsenmetall gewählt

Amt liegt wieder in der Gründerfamilie

Hülsede (fox). York Fusch ist neuer Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall, dem landesweit 220 Betriebe mit insgesamt rund 73 000 Beschäftigten angehören. Dienstagnachmittag ist der 42-jährige Unternehmer aus Hannover von der Mitgliederversammlung auf Schloss Hülsede gewählt worden. Fusch löst Ulrich Engel ab, der nach Angaben des Verbands neue Aufgaben im Ausland übernehmen will.

veröffentlicht am 26.06.2008 um 00:00 Uhr

Ministerpräsident Christian Wulff (v.l.), Gesamtmetall-Präsident

Hoher Besuch auf dem Wasserschloss: Rund 180 Gäste und Mitglieder des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall waren zu der Mitgliederversammlung mit anschließender Feier nach Schaumburg gereist - darunter auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der den Verband mit Fusch an der Spitze in "guten Händen" sieht. Das Amt sei allein schon wegen Fuschs beruflichen Verhältnissen in der Metallindustrie "wie auf ihn zugeschnitten". Nicht nur beruflich, auch familiär ist der neue Vorsitzende eng mit dem Arbeitgeberverband verwoben. Fusch ist Vorstand der hannoverschen Körting-AG. Sein Ur-Ur-Großvater, Ernst Körting, war 1889 Mitbegründer des Verbands, sein Ur-Ur-Großonkel Berthold Körting war der erste Vorsitzende des Verbands - nun fällt das Amt zurück in die Familie. In seiner Rede im Anschluss an die Versammlung machte Wulff den Mittelständlern Mut. "Ihnen haben wir zu verdanken, dass es Deutschland so gut geht", griff Wulff tief in die Lob-Kiste und spielte damit auf die erfolgreichen Exportergebnisse der Industrie an. Damit verknüpfte der Ministerpräsident auch einen Aufruf zu mehr Engagement beim Ausbau der Infrastruktur. "Niedersachsen wird zur Verkehrsdrehscheibe in Europa werden", sagte Wulff. Aussagen nach dem St.-Florians-Prinzip ("Baut Autobahnen, aber bitte nicht vor meiner Haustür") müssten der Vergangenheit angehören.Es gelte, sowohl in Infrastruktur als auch in Menschen zu investieren. In puncto Energiepreise machte Wulff sich für die Kernenergie stark und forderte, mehr zu tun, um die Preisbildung auf dem Energiemarkt zu bestimmen. Dazu gehöre auch, die deutschen Atomkraftwerke unter Umständen länger laufen zu lassen. In noch einem Punkt will Wulff mobilisieren: bei der Mitarbeiterkapitalbeteiligung für mehr Motivation und Bindung der Arbeitnehmer an die Unternehmen. Mehr Motivation in den Betrieben dürfte auch York Fusch gefallen. Denn diesem liegen die Interessen des Mittelstandes am Herzen - ohne die Großindustrie aus den Augen zu verlieren. Zur langfristigen Stärkung der technischen Berufe gehöre auch die Intensivierung der Arbeit mit Schulen. Die vor fünf Jahren mit 30 Millionen Euro gegründete "Stiftung Niedersachsenmetall" werde die Zusammenarbeit mit 140 Schulen und 120 Betrieben weiter ausbauen, kündigte Fusch an. Eine weitere Förderung ist zudem sicher: Gestern haben die Metallarbeitgeber in Hülsede die Unterstützung der "IdeenExpo" 2009 mit einer Million Euro bestätigt.

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