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„Amore“ – Ilona und der Caruso der Berge

Beim Spatzenfest 2000 in Kastelruth fiel mir Rudy Giovannini durch seine fantastische Stimme erstmals auf. Ich war einfach nur hin und weg“, beschreibt Ilona Gärtner den Beginn der nicht unbedingt alltäglichen Freundschaft zu dem Südtiroler. Ein Jahr später wurde die Istruperin dem jungen Musiker während eines erneuten Konzertbesuches in Kastelruth vorgestellt und anschließend beschloss sie spontan, sich Leifers/Bozen, die Heimatstadt des „Carusos der Berge“, wie Rudy Giovannini aufgrund seiner ausgebildeten Tenorstimme auch gern genannt wird, genauer anzusehen.

veröffentlicht am 08.03.2010 um 09:51 Uhr
aktualisiert am 09.03.2010 um 16:01 Uhr

Ilona Gärtner und Rudy Giovannini auf der Bühne – sie ist

Von Sabine Brakhan

Beim Spatzenfest 2000 in Kastelruth fiel mir Rudy Giovannini durch seine fantastische Stimme erstmals auf. Ich war einfach nur hin und weg“, beschreibt Ilona Gärtner den Beginn der nicht unbedingt alltäglichen Freundschaft zu dem Südtiroler. Ein Jahr später wurde die Istruperin dem jungen Musiker während eines erneuten Konzertbesuches in Kastelruth vorgestellt und anschließend beschloss sie spontan, sich Leifers/Bozen, die Heimatstadt des „Carusos der Berge“, wie Rudy Giovannini aufgrund seiner ausgebildeten Tenorstimme auch gern genannt wird, genauer anzusehen. Gemeinsam mit ihrem Mann Werner machte sich Ilona Gärtner auf den Weg und traf dort tatsächlich auf den jungen Sänger. „Meinem Mann Werner war die ganze Angelegenheit äußerst peinlich und er wollte mich erst gar nicht begleiten. Mittlerweile hat er sich aber an mein ungewöhnliches Hobby gewöhnt und unterstützt mich, wo er nur kann“, so die 58-Jährige. Ilona Gärtner und ihr Mann waren damals die ersten Fans aus Deutschland, die Rudy Giovannini zu Hause besuchten. „Ich war begeistert, dass Menschen aus Deutschland nach Südtirol kamen, um mich zu sehen. Spontan bat ich die beiden herein und wir waren uns auf Anhieb sympathisch. Ilona war die Erste, die in Deutschland einen Fan-Club gründete. Sie war unheimlich bemüht, Konzerte für mich in ihrer Heimat zu organisieren und mich und meine Lieder in Deutschland bekannt zu machen. Ich kann sie heute noch jederzeit anrufen und um Rat bitten, das ist manchmal sehr hilfreich für mich. Unsere Freundschaft ist schon etwas ganz Besonderes, und ich bin sehr dankbar dafür, sie so oft bei meinen Konzerten im Publikum bei mir zu haben“, erklärt Rudy Giovannini im Kurtheater Bad Meinberg, das Ilona Gärtner zum zweiten Mal im großen Rahmen organisiert hat. Die ersten Rudy Giovannini-Konzerte fanden aber keinesfalls in großen Konzerthallen statt. „Die Gaststätte meines Onkels Hans Görder, der „Sporker Krug“ in Dörentrup diente als Veranstaltungsort und die Eintrittskarte kostete damals zehn Euro – inklusive Kaffee und Kuchen“, erinnert sich Ilona Gärtner an die Anfänge. „200 Gäste kamen und waren nach dem Konzert genauso begeistert wie ich“, erzählt die Istruperin weiter. Das hat ihr Mut gemacht. 30 weitere Konzerte hat sie dem Südtiroler Volksmusiker im ersten Jahr vermittelt, unter anderem auch Rudy Giovanninis erstes Weihnachtskonzert mit deutschen Weihnachtsliedern im Jahr 2002 – natürlich bei Onkel Hans auf dem Saal im „Sporker Krug“. 2003 gründete sie dann den ersten Rudy Giovannini-Fan-Club in Deutschland. Er wurde nach dem ersten Hit des Sängers „Amore-Amore“ getauft und mit dem Hinweis auf Ilona Gärtners Heimat „Lippe“ versehen. Langsam trugen Ilona Gärtners Bemühungen, ihren Rudy bei Radiosendern und Fernsehanstalten bekannt zu machen, Früchte. Man wurde aufmerksam auf den „kleinen Mann aus den Bergen“, wie er sich aufgrund seiner Körpergröße von 178 Zentimetern manchmal selber scherzhaft nennt. Absoluter Karriere-Höhepunkt nicht nur für den Sänger selber, sondern auch für Ilona Gärtner, war der Sieg beim Grand Prix der Volksmusik 2006 in Begleitung von Belsy und des Coro Monti Pallidi in München mit dem Lied „Salve Regina“. Die Karriere des Sängers ging in der Folge weiter steil bergauf, genau wie die Berge seiner Heimat Südtirol, und das nicht zuletzt Dank des Engagements von Ilona Gärtner, da ist sich Rudy Giovannini sicher. Auftritte im Fernsehen und bei großen Volksmusik-Tourneen folgten. Und Ilona Gärtners Fan-Club wuchs und wuchs. Waren es anfangs nur Mitglieder aus dem großen Bekanntenkreis der Istruperin, so schlossen sich nun immer mehr Volksmusikfreunde aus ganz Deutschland dem Freundeskreis an. Insgesamt 238 Mitglieder zählt der Fan-Club heute und führt nach wie vor die lange Reihe der mittlerweile fast 40 Clubs in Deutschland, Österreich und den Beneluxstaaten, die auf der offiziellen Internetseite des Sängers verzeichnet sind, an. Zu Hause in Istrup steht das Telefon kaum still, denn die Fans wenden sich mit Fragen nach Auftritten, Autogrammkarten und anderen Souvenirs grundsätzlich erst einmal an die Lipperin. „Ich bemühe mich, Rudy den Rücken frei zu halten. Im Gegenzug muss er bei jedem Treffen eine Menge Hausaufgaben erledigen. Dann unterschreibt er mir gleich einen ganzen Stapel Autogrammkarten und auch die von mir vorbereitete Fanpost wird von ihm persönlich signiert“, darauf legt sie als Vorsitzende des Fan-Clubs „Amore, Amore Lippe“ größten Wert. Natürlich organisiert die Istruperin im Vorfeld von heimischen Konzerten auch Fantreffen mit Rudy oder Busreisen zu Konzerten nach Südtirol. „Das ist schon fast ein echter Fulltime-Job, aber ich mache ihn gern und ich liebe den Kontakt zu den Menschen und auch die Aufregung, die zur Organisation eines jeden Konzertes einfach dazugehört“, erzählt Ilona Gärtner weiter. Echte Nerven hat sie zum Beispiel die Sache mit dem Kunstschnee vor einem Jahr gekostet. „Im Oktober habe ich den Schnee für das erste große Weihnachtskonzert in Bad Meinberg bestellt. Geliefert wurde er prompt, nur an eine falsche Adresse in Bochum und so standen wir immer noch ohne Schneelandschaft da. Auf den letzten Drücker und nach unzähligen Anrufen hat es dann doch endlich noch geklappt. In diesem Jahr war ich schlauer und habe den Neuschnee bereits im Spätsommer geordert. Platz, um ihn zu lagern, haben wir, und tauen können die 50 laufenden Meter Kunstschnee auch nicht“, schmunzelt Ilona Gärtner und zeigt auf das Häuschen im heimischen Garten, in dem neben den künstlichen Schneebergen auch der Weihnachtsmann samt Rentier und Schlitten sowie allerlei andere weihnachtliche Bühnendeko eingelagert wurden. Zwei ganze Wochen benötigt Ilona Gärtner in der Regel, um die komplette Bühnendekoration für das Bad Meinberger Kurtheater auf dem Dachboden, im Keller und Gartenhaus zusammenzusuchen, um anschließend gemeinsam mit ihrem Mann Werner und den befreundeten Ehepaaren Renate und Burghart Steu sowie Gitta und Gunter Pautsch die Bühne für den großen Abend herzurichten. „Da sind 1000 Dinge zu bedenken“, weiß die Istruperin mittlerweile aus Erfahrung. „Also eines muss ich sagen: Das sieht wieder alles ganz herrlich aus. Vielen Dank!“ Das Lob und der Dank von Rudy Giovannini, als er die Winterlandschaft zum ersten Mal in Augenschein nimmt, entschädigt für alle Mühen der vergangenen Wochen. Und Rudy weiß genau, was er an Ilona Gärtner und seinen treuen Freunden hat, das wird bei seinem Konzert in Bad Meinberg deutlich: Er ist ein Star zum Anfassen, aber nur für seine Freunde, die gewisse Grenzen akzeptieren. Und Rudy Giovannini kommt immer gerne wieder, wie er versichert: Das nächst Mal am 1. Mai 2010 und schon jetzt hat Ilona Gärtner alle Hände voll zu tun, mit der Vorbereitung des Konzertes samt Bühnendekoration – diesmal ohne Kunstschnee – und den vielen Anrufen der Fans, die sich die begehrten Karten bereits im Vorfeld sichern möchten.

Zeit für ein Gespräch mit der Presse ist immer: Ilona Gärtner st
  • Zeit für ein Gespräch mit der Presse ist immer: Ilona Gärtner steht einer Journalistin der Lippischen Landeszeitung Rede und Antwort.


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