weather-image
Extertaler rast mit 120 km/h durch Hameln / Frauen retten sich mit Sprung zur Seite / Verfolgungsjagd

"Amokfahrer" bringt Menschen in Lebensgefahr

Hameln/Rinteln (ube). Ein offenbar psychisch kranker Autofahrer aus dem Extertal hat sich mit Polizisten eine spektakuläre Verfolgungsfahrt geliefert. Der Mann sei mit seinem Mercedes teilweise mit mehr als 120 Stundenkilometer durch Hameln gerast, sagte gestern ein Polizeisprecher. Dabei habe der 37-Jährige mindestens zwei Frauen und ein Baby, das in einem Kinderwagen lag, in akute Lebensgefahr gebracht. Die Fußgängerinnen wollten die Straße überqueren - sie konnten sich in letzter Sekunde retten, heißt es.

veröffentlicht am 08.05.2007 um 00:00 Uhr

Die Limousine wurde schließlich von drei Streifenwagen auf der Deisterallee gestoppt. Als der "Amokfahrer" ausstieg, soll er geschrien haben: "Rufen Sie sofort die japanische Botschaft an!" Polizisten nahmen den Extertaler mit zur Wache und ließen ihm Blut abnehmen; dieses wird auf Alkohol und Drogen untersucht. Auto und Führerschein wurden beschlagnahmt. Ein Amtsarzt wies den Extertaler ins Landeskrankenhaus Hildesheim ein. Angefangen hatte alles damit, dass ein besorgter Autofahrer der Polizei meldete, zwischen Fuhlen und Hameln fahre ein Wagen mit starküberhöhter Geschwindigkeit. Eine Streifenwagenbesatzung entdeckte den Kombi: Er stand in Hameln in Höhe der Mühlenstraße vor einer roten Ampel. Als der Fahrer gestoppt werden sollte, sprang die Ampel auf grünes Licht, und der Mann am Steuer gab Vollgas. Er bog in die Mühlenstraße ab, drehtedann aber sofort wieder und raste auf dem Ostertorwall davon. In Höhe des Fröbelweges fuhr der Mann mit den rechten Rädern seines Fahrzeugs auf den Gehweg. "Dort hat er mehrere Fußgänger stark gefährdet. Eine Frau konnte ihren Kinderwagen gerade noch wegziehen und zur Seite springen", sagte ein beteiligter Polizeikommissar. Die Funkwagenbesatzung sei mit Blaulicht und Martinshorn gefahren - dennoch habe sich der Abstand zu dem Mercedes vergrößert, weil der Fahrer zeitweise mehr als 120 km/h gerast sei und reichlich Verkehr herrschte. Vom Ostertorwall bog der Extertaler in die Nebenfahrbahn der Deisterallee ein. Eine Frau, dieüber den Zebrastreifen gehen wollte, musste sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen. Weiter ging die wilde Fahrt durch Hermann- und Bismarckstraße. Am Ostertorwall verloren die Polizisten den Sichtkontakt. Eine Anruferin kam den Fahndern zur Hilfe. Sie hatte die Verfolgungsfahrt beobachtet und gesehen, dass der Mann den Mercedes auf dem Ostertorwall vor Haus Nr. 26 abgestellt hatte und davongelaufen war. Polizisten in Zivil observierten den Wagen. Tatsächlich kehrte der Gesuchte zurück. Als er den Motor anließ, öffnete ein Beamter die Tür und bat den Mann auszusteigen. Er habe den Rückwärtsgang eingelegt und sei losgefahren, mehrere Autofahrer hätten stark abbremsen müssen. Mit mehreren Streifenwagen nahmen die Polizisten abermals die Verfolgung auf. Auf der Deisterstraße wurde der Raser endlich gestoppt. Bereits im Januar 2004 war der Mann in Rinteln aufgefallen. Damals war er mit einem Trecker unterwegs gewesen und hatte die Anhaltesignale von Polizisten ignoriert. Beinahe hätte der Trecker einen Streifenwagen überrollt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt