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Runder Tisch bemüht sich um "Integrierte Versorgung in Palliativmedizin und Hospizarbeit"

Ambulanter Palliativ-Beratungsdienst startet

Landkreis (sk). Seit vergangenem Jahr ist in Schaumburg ein "Runder Tisch" aktiv, der sich eine bessere Versorgung sterbenskranker Menschen auf die Fahnen geschrieben hat - in medizinischer, pflegerischer und seelsorgerischer Hinsicht. Palliativmedizin - Schmerzbehandlung von Menschen mit einer nicht heilbaren fortschreitenden Krankheit - und Hospizarbeit (Sterbebegleitung) sollen in der Versorgung schwerkranker beziehungsweise sterbender Menschen integriert werden.

veröffentlicht am 05.09.2006 um 00:00 Uhr

Monika Henze

Ärzte aus Praxen und Krankenhäusern, ehrenamtliche Hospizmitarbeiter und Krankenschwestern, Pflegedienstleitungen, Seelsorger, Vertreter von Krankenkassen und des Gesundheitsamtes arbeiten am Runden Tisch mit, der sich alle drei Monate in der "Alten Polizei" in Stadthagen trifft und vom Meerbecker Arzt Friedhelm Henze geleitet wird. Die Initiative kommt aus dem Alltag der mit dem Sterben konfrontierten Berufsgruppen und arbeitet ehrenamtlich. Qualitätszirkel: Gezielt wird auf konkrete Verbesserungen in der Versorgung Sterbender unter anderem durch Vernetzung aller mit der Versorgung und Betreuung befassten Personen und Institutionen. Ein wichtiges Thema des Runden Tisches ist die Palliativmedizin, die erst seit einigen Jahren Studienfach ist und mit der sich vieleÄrzte erst intensiv vertraut machen müssen. Jährliche Fortbildungen für Ärzte sind geplant. Ein Qualitätszirkel "Palliativmedizin", dem rund zehn Schaumburger Ärzte angehören, existiert bereits. Stationäres Hospiz: Ein anderer Schwerpunkt bildet die zumeist ehrenamtlich erfolgende Sterbebegleitung. Ein Hospizhelferkurs ist für 2007 in Bad Nenndorf geplant. Ein wichtiges Ziel ist das Entstehen eines stationären Hospizes in Schaumburg. Hierzu haben sich zwei Fördervereine gegründet: der Verein "Via" in Bückeburg und der Verein "Lichtblick" in Stadthagen. Letzterem steht Henzes Ehefrau, die Arzthelferin Monika Henzevor. Ambulante Palliativbehandlung: Eine weitere Maßnahme des "Runden Tisches" steht kurz vor dem Start: Schwerkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase und deren Angehörige sollen Tag und Nacht einen Ansprechpartner haben, wenn sie palliativmedizinische oder seelische und soziale Hilfe oder einen Rat benötigen. Dafür wird ein ambulanter Palliativberatungsdienst (APD) für Schaumburg geschaffen. Der Pflegepädagoge Rüdiger Seifert stellte den künftigen Dienst beim vergangenen Treffen des Runden Tisches vor. Der Dienst wird 24 Stunden am Tag durch qualifiziertes Fachpersonal besetzt. Da es noch keine Abrechnungsgrundlage gibt, arbeiten alle Beteiligten ehrenamtlich. Langfristig ist aber an eine Trägergemeinschaft für den APD gedacht. Friedhelm Henze schlug die Gründung eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins vor, in dem mehrere juristische Personen Mitglied werden. Der ambulante Palliativberatungsdienst soll nicht nur mit einer Telefonnummer in Erscheinung treten. Neben der Basisarbeit sollÖffentlichkeitsarbeit geleistet und zu diesem Zweck in der Echternstraße in Stadthagen ein kleines Büro eröffnet werden. Spenden: Hierfür bitten die Initiatoren um Spenden. Über Sachmittel zur Büroausstattung vom Telefon bis zum PC würden sich die Institution sehr freuen, so Monika Henze. Auch weitere Mitarbeiter sind willkommen, ebenso Vorschläge und Ideen. Kontakt zum "Runden Tisch" istüber die Mail-Adresse monika.henze@ gmx.net möglich, telefonisch unter (05721) 9 79 30 undüber die Faxnummer (05721) 97 93 33. Der Start des APD ist für den 1. Oktober geplant.

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