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Etliche Straßen gesperrt - auf unbestimmte Zeit / Doktorsee-Wohnwagen in Sicherheit gebracht

Am Mittag 6,30 Meter - seitdem sinkt der Pegel

Rinteln (clb). Einen Spitzenwert von 6,30 Metern hat das Hochwasser gestern Mittag erreicht - seitdem gilt leichte Entwarnung: Seit dem Nachmittag sinkt der Pegelstand wieder. Am Wochenende hatte der Dauerregen für starke Überschwemmungen gesorgt: Weser und Exter traten über die Ufer, zwei Autos am Weseranger sowie über hundert Wohnmobile am Doktorsee mussten in Sicherheit gebracht und Straßen gesperrt werden. Seit Sonntagnachmittag macht das Parkleitsystem Autofahrer auf die überfluteten Gebiete aufmerksam.

veröffentlicht am 02.10.2007 um 00:00 Uhr

6,28 Meter: Mitarbeiter des Wasserschifffahrtsamtes lesen den Pe

Betroffen sind laut Polizei die Dankerser Straße im Bereich der Zufahrt zum Weser-anger, der Weserangerparkplatz, die Hartler Straße zwischen Woolworth und Doktorseeweg, die Ostertorstraße im Einmündungsbereich zur Ost-Contrescarpe sowie die Ost-Contrescarpe selbst. Mitarbeiter des Baubetriebshofes und Feuerwehrkräfte waren am Sonntag im Einsatz, um die betroffenen Gebiete abzusperren und Umleitungsschilder aufzustellen. Hinzu kam gestern Mittag noch die Sperrung des Verbindungsweges zwischen der Neelhofsiedlung und Ahe sowie der Straße zwischen Eisbergen und Möllenbeck in Höhe des Reiterhofes. Wann die betroffenen Straßen wieder befahrbar sind, kann auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz nicht einschätzen. In den nächsten Tagen bleiben die Sperrungen aber vorerst bestehen. Glück im Unglück haben die Camper am Doktorsee gehabt: Das Weserwasser ist zwar nicht - wie vorher angenommen - in den See gelaufen, am Westeingang steht das Wasser jedoch trotzdem, so schätzt Geschäftsführer Uwe Deppe, 60 bis 70 Zentimeter hoch. Am Sonntagnachmittag mussten deshalb vorzeitig - bevor das Wasser über die Ufer treten konnte - rund 20 Familien abreisen, weil sie das Gelände nur über den Westeingang verlassen konnten. Weitere 150 Wohnwagen wurden vorsichtshalber in Sicherheit gebracht und befinden sich nun auf dem Parkplatz am Haupteingang, wo sie die nächsten Tage bleiben. "Wir hoffen jetzt nur noch, dass sich die Lage endlich entspannt", erklärt Uwe Deppe. Gestern um 11 Uhr wurde am Alten Hafen ein Pegelstand von 6,28 Metern ermittelt, um 13 Uhr waren es 6,30 Meter - damit ist der zwischen 1994 und 2003 berechnete Hochwasser-Durchschnittswert von 5,72 Metern in Rinteln deutlichüberschritten worden. Unter "normalen Bedingungen", erklärt Monika Tiegel als gewässerkundliche Mitarbeiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes, gebe es in Rinteln einen Pegelstand von 2,26 Metern - jetzt seien es über vier Meter mehr. Seit gestern Nachmittag gilt aber leichte Entspannung: Der Pegel sinkt wieder, um 19 Uhr waren es noch 6,23 Meter. Eine Wiederholung dieser Stark- und Dauerregenfälle schließt das Wasserschifffahrtsamt nicht aus. "Wir hatten insgesamt ein sehr nasses Jahr mit heftigen Regenfällen. Es könnte in diesem Jahr durchaus noch mal zu solchen Überschwemmungen kommen", sagt Monika Tiegel. Schließlich sei auch das Unwetter im August, einzuordnen als "kleines Hochwasser", eher untypisch gewesen. Der höchste Rintelner Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen wurde übrigens am 1. Februar 1946 gemessen - da erreichte die Weser eine Höhe von 7,38 Metern.

Das Hochwasser verwandelt Rintelns Straßen in eine Seenlandschaf
  • Das Hochwasser verwandelt Rintelns Straßen in eine Seenlandschaft: Von der Ostertorstraße aus ist die Weiterfahrt auf den Exter Weg untersagt - aus gutem Grund. Fotos: tol


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