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Ratändert B-Plan einstimmig / Grünes Licht für neue Trends beim Dachbau / Bedenken zurückgewiesen

"Am Golfplatz" gilt: Bei 9,30 Metern ist Schluss

Luhden (tw). Schwieriger Balanceakt im Gemeinderat Luhden bei der erstenÄnderung des B-Plans Nummer 19 "Am Golfplatz". Das Ziel der Politiker unter Vorsitz von Bürgermeister Hartmut Büscher (SPD): Größtmögliche Freiheit für künftige Bauherren, kleinstmögliches Ungemach für alle diejenigen, die dort bereits gebaut haben. Das - einstimmige - Ergebnis: Die maximal erlaubte Firsthöhe der Ein- beziehungsweise Zweifamilienhäuser wird von 9 auf 9,30 Meter, die Traufhöhe von 4 respektive 4,50 Meter auf maximal 5,20 Meter festgesetzt. Ein- und Zweifamilienhäuser dürfen maximal 20 Meter breit sein; Reihenhäuser sind nicht erlaubt.

veröffentlicht am 19.10.2006 um 00:00 Uhr

Die Konsequenz der Entscheidung vom Dienstagabend: Die Einwände von zwölf "betroffenen" Anwohnern aus dem Bereich Thomas-Mann-Straße, Heinrich-Heine-Straße und Am Sonnenbrink, die gegen ein Ändern der Höhen Einspruch eingelegt hatten, sind verworfen worden. Ihre Bedenken träfen entweder nicht zu oder aber seien schlicht und einfach "unsachlich". Mit dem jüngsten Votum hat die Angelegenheit, die die Bürgervertreter bereits im August 2004 beschäftigte (wir berichteten) und sich zwischenzeitlich sich zu einer unendlichen Geschichte auszuwachsen schien, ihren Abschluss gefunden. Dass es so lange dauerte, erklärt Heinz Wischnat bei seiner letzten Sitzung als Gemeindedirektor so: "Die für das Verfahren nötige Übersichtskarte wurde uns - trotz mehrfacher Erinnerungen - erst im Sommer 2006 und auch nur auf nachdrückliche Forderung zur Verfügung gestellt." Wie auch immer: "Der Trend geht heute zu ,großzügigen' Dachgeschossen", begründet Wischnat die Änderung. Dem wolle er, will aber auch der Gemeinderat Rechnung tragen, denn: "Warum sollen wir Menschen, die in Luhden bauen wollen, derart vergraulen, dass sie ihr Geld in anderen Orten investieren, die diese Beschränkungen nicht haben?", fragt der Gemeindedirektor. Problem dabei: Durch den neuen Trend würden besagte Dachgeschosse die "magische Grenze" von zwei Dritteln der anrechenbaren Grundfläche des Untergeschosses überschreiten. Es entstehe ein weiteres - zweites - Vollgeschoss. Allerdings: "Mit dem Anheben der Firsthöhe von 9 auf 9,30 Meter für die besagte zweigeschossige Bauweise bleiben wir weit unter den Möglichkeiten des Restgebietes, wo weiterhin 11 Meter gelten", so der Gemeindedirektor. Was auch nach der jüngsten Anhebung keinesfalls erlaubt sei: Häuser mit zwei jeweils 2,60 Meter hohen Geschossen errichten - und obendrauf noch ein Dachgeschoss pflanzen. Tatsächlich ist das Begrenzen der Firsthöhe auf 9,30 Metern laut Wischnat "entscheidend". Denn: "Ohne eine solche Festsetzung könnten Einfamilienhäuser eine Firsthöhe von 9,95 Metern und mehr erreichen." Wischnat an die Adresse der Bedenkenträger unter den Anwohnern: "Jeder, der bereits gebaut hat, hat sein Haus einem anderen, der früher da war, vor die Nase gesetzt." Ein Vergleich der Ortspläne im Bereich Eilsen seit 1900 zeige das deutlich. Außerdem gelte: Die Bauherren "alter Art" genössen eine wesentlich größere Freiheit alsdiejenigen, die die noch freien Bauplätze eines Tages erwerben werden: "Sie müssen weder Beschränkungen in der Höhe, noch im Ausnutzen der Fläche hinnehmen." Nicht zu vergessen: Jeder dieser Anwohner habe das Recht, durch einen Erweiterungs- oder Zusatzbau die höchstmöglichen Festsetzungen auch für sich in Anspruch zu nehmen.

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