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Situation der weiterführenden Schulen der Stadt zu Beginn des Schuljahres / Gymnasium fehlen Räume

Am Adolfinum fehlen Mathe- und Biolehrer

Bückeburg (rc). Am Donnerstag sind sie vorbei, die Sommerferien. Während die Schüler bei schönstem Regenwetter die letzten freien Tage genießen können, sind die Lehrer schon wieder im Dienst, bereiten Schule, Stundenpläne, Unterricht und Räume auf das bevorstehende Schuljahr vor. Während das Gymnasium Adolfinum mit erneut hohen Schülerzahlen, zu wenig Klassenräumen und geringer Unterrichtsversorgung besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern zu kämpfen hat, sind die Probleme an den anderen beiden weiterführenden Schulen, der Realschule Herderschule und der Hauptschule Graf-Wilhelm-Schule, ungleich geringer. Beide haben genügend Klassenräume, und auch die Unterrichtsversorgung ist zu fast 100 Prozent gesichert.

veröffentlicht am 29.08.2006 um 00:00 Uhr

Die Situation im Einzelnen: Gymnasium Adolfinum: 170 Neuanmeldungen gibt es für die fünften Klassen, damit noch einmal mehr als im vergangenen Jahr. Daraus werden nach Auskunft der kommissarischen Schulleiterin Monika Schulte sechs fünfte Klassen gebildet; im vergangenen Jahr waren es fünf. Die Räumlichkeiten in der Außenstelle in der ehemaligen Orientierungsstufe am Unterwallweg "kommen hin, obwohl es wirklich eng ist". Insgesamt hat das Adolfinum mit Beginn des Schuljahrs 1245 Schüler. Das Gymnasium, das trotz der Erweiterung im vergangenen Jahr weiterhin unter Raumnot an den Hofwiesen leidet, hat es "gerade so geschafft", für jede Klasse einen eigenen Klassenraum bereitzustellen. Bei der Unterbringung der Oberstufenkurse, die zum Teil in diesem Schuljahr sehr groß sind,gab es dagegen "schon Engpässe". Letztendlich konnte aber der Bedarf großer Räume zwischen Mittel- und Oberstufe gelöst werden. Obwohl Monika Schulte stöhnte: "Ein paar Räume könnten wir schon noch gebrauchen." Bei der Versorgung mit Lehrern sieht es - wie landesweit - besonders bei Mathe und den naturwissenschaftlichen Fächern eng aus. Um die Stundenzahl in den oberen Jahrgängen sichern zu können, musste in der Mittelstufe gekürzt werden. Am 1. November wird das Gymnasium noch zwei Lehrer zugewiesen bekommen. Zur Unterrichtsversorgung wollte die kommissarische Rektorin mit Verweis auf die vorgesetzten Schulbehörden keine Auskunft geben. Realschule Herderschule: 89 Neuanmeldungen und damit in etwa das Niveau des Vorjahres hat Schulleiterin Christine Marx registriert. Die Schüler werden auf drei recht große Klassen verteilt. Probleme mit Klassenräumen gibt es nicht. Die drei fünften und die drei sechsten Klassen sind in der Außenstelle in der Graf-Wilhelm-Schule untergebracht, im Hauptgebäude stehen genügend Räume zur Verfügung. Zumal die Rektorin in den höheren Klassen, besonders der neunten, ein relativ neues Phänomen beobachten kann. Sehr viele Schüler der neunten Klassen wechseln hinüber zur Hauptschule, um dort ihren Realschulabschluss zu machen. "Viele stellen sich vor, dass es da leichter ist", berichtete die Realschulrektorin. Viele würden aber nicht beachten, dass die Herderschule einen guten Ruf hat. Die Chancen, mit einem Realschulabschluss der Herderschule eine Lehrstelle zu bekommen, schätzt Marx ungleich höher ein als mit dem einer Hauptschule. Probleme mit der Unterrichtsversorgung hat die Schule nicht: Sie liegt bei 99 Prozent. "Damit können wir gut leben." Hauptschule Graf-Wilhelm-Schule: 32 Anmeldungen - mehr als an anderen Hauptschulen im Landkreis - liegen Rektorin Dirka Rödenbeck vor. Daraus werden zwei, sehr kleine Klassen gebildet. Die hohe Zahl der Anmeldungen wertet Rödenbeck als "kleinen Erfolg unserer guten Arbeit". Die Ummeldungen von der Herderschule schlagen an der GraWi dadurch zu Buche, dass drei zehnte Klassen gebildet werden müssen. Obwohl auch hierdie Rektorin warnt: "Einfach wird es auch hier nicht." Die Klassenräume reichen aus. Es ist sogar noch ein Raum frei, den die Schule zur Einrichtung eines so genannten "Trainingsraums" nutzt: Schüler, die im Unterricht oder in der Pause über die Stränge geschlagen haben, werden in diesen Raum geschickt, um dort über ihr Verhalten nachzudenken oder ihre Aggressionen abzubauen. Ob die Unterrichtsversorgung gewährleistet ist, wird sich erst am 31. August entscheiden. Erst dann ist klar, ob die GraWi eine weitere Lehrerstelle zugewiesen bekommt. Die Folge: Schon während des laufenden Unterrichts muss die Schule noch an der Ausarbeitung des Stundenplans stricken. "Aber das bekommen wir schon hin."

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