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Türkisch-Islamischer Kulturverein Stadthagen ruft zu Typisierung auf / "Ein Zeichen setzen"

Am 10. Februar: Knochenmarkspender gesucht

Stadthagen (mw). Eine Knochenmarkspende kann einem an Leukämie erkrankten Menschen das Leben retten. Erstmals ruft eine muslimische Gemeinde die Bevölkerung im Landkreis Schaumburg auf, sich an einer Typisierungsaktion zu beteiligen, die am Sonnabend, 10. Februar, von 10 bis 16 Uhr in der Stadthäger Sonnenbrinkschule vorgenommen wird. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Bürgermeister Bernd Hellmann haben die Schirmherrschaft übernommen.

veröffentlicht am 30.01.2007 um 00:00 Uhr

Emine Yolak (v.l.) und Tuncay Korkmazyigit engagieren sich für d

Das Schicksal der an Leukämie erkrankten Stadthägerin Meryem Cinar, die im Dezember 2006 an den Nebenwirkungen einer Chemotherapie gestorben ist, habe die türkische Bevölkerung in Stadthagen sehr mitgenommen, berichtet Tuncay Korkmazyigit, stellvertretender Vorsitzender des Türkisch-islamischen Kulturvereins. Bereits im Herbst, als die Ärzte der Familie Cinar geraten hatten, auch selber nach einem Knochenmarkspender zu suchen, habe die muslimische Gemeinde mit den Planungen für eine Typisierungsaktion begonnen, um mittels Bluttests einen geeigneten Spender zu finden. Meryem Cinar konnte von dieser Hilfsaktion jedoch nicht mehr profitieren. "Dass sie gestorben ist, war ein Schock für uns alle", erzählt Korkmazyigit. In der türkischen Gemeinde habe man jedoch beschlossen, die Aktion dennoch zu realisieren, um vielleicht anderen Menschen zu helfen. Die Daten der dabei gewonnenen Blutproben würden in die Spenderdatei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS) aufgenommen. "Wir möchten ein Zeichen setzen, dass wir uns auch für gesellschaftliche Probleme interessieren und an deren Lösungen mitarbeiten." Auch Ali IhsanÜnlü, Arzt und Vorsitzender des Vereins, weist auf den integrativen Hintergrund hin. "Wir wollen das Gemeinschaftsgefühl stärken." Es gehe nicht um verschiedene Gruppierungen an Religionen oder Staatsangehörigkeiten: "Die Stadthäger machen das." Für das Projekt habe es sehr großen Zuspruch gegeben, sagt Korkmazyigit. Von der türkischen Bevölkerung sei solch eine Aktion offensichtlich regelrecht erwartet, aber zuvor nicht für möglich gehalten worden. Manche muslimischen Mitbürger seien jedoch unsicher, ob man aus religiöser Sicht Knochenmark spenden darf, sagt Emine Yolak, weiteres Vorstandsmitglied des Kulturvereins. Die Bedenken seien unbegründet, weiß Korkmazyigit. "Es ist vom Iman schon öfter amtlich gesagt worden, dass es mit unserem Glauben zu vereinbaren ist." Auch Organspenden würden als positiv bewertet. Aber obwohl auch viele aus der Türkei stammende Menschen an Leukämie erkranken, seien leider nur wenige türkischstämmige Emigranten zur Knochenmarkspende bereit. Die türkische Gesellschaft müsse daher sensibilisiert und mobilisiert werden. Gewidmet sei die geplante Typisierung jetzt dem türkischen Geschwisterpaar Melisa (2) und Miraç (4) K. aus Berlin, die ebenfalls beide an Leukämie erkrankt sind, so Korkmazyigit. Eine vollständige Namensnennung sei von den Eltern nicht gewünscht.



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