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Versuch zur Zwangsversteigerung gestern erneut geplatzt / Sparkasse lässt Verfahren vorläufig einstellen

Altstadtkeller, die Dritte: Wieder kein Bieter ...

Bückeburg (tw). "Die unendliche Geschichte" heißt ein Buch von Michael Ende. Zu eben der hat sich jetzt endgültig das Bemühen entwickelt, den "Altstadtkeller" per Zwangsversteigerung an den Mann zu bringen. Nur, dass das Objekt an der Trompeterstraße kein Bestseller ist ...

veröffentlicht am 12.04.2006 um 00:00 Uhr

Konkret: Auch beim dritten Versuch der Sparkasse Schaumburg (Hauptgläubigerin), die 1608 gebaute heutige Hotel-Immobilie samt Hof- und Gebäudefläche loszuschlagen, hat sich gestern im Saal 33 des Bückeburger Amtsgerichts kein Bieter gefunden. Dabei hätte Rechtspflegerin Katja Raschke den Zuschlag auch auf ein Gebot erteilt, dass weniger als die Hälfte des Grundstückswertes (282 000 Euro) betragen hätte. Doch die sechs Beobachter - darunter auch Riad Barakat, (Mit-)Geschäftsführer des Altstadtkellers - wissen: Der Renovierungsstau ist zu groß, der Zustand des Gebäudes einfach zu schlecht. "Wenn jemand ein Gebot abgeben will, ist es jetzt Zeit", sagt Günther Stahlhut vom Firmenkunden-Management des Kreditinstituts mit ernstem Blick in die Runde. Es ist 11.40 Uhr. In 60 Sekunden wird die auf 30 Minuten festgesetzte Bietzeit ablaufen. "Wenn sich niemand findet", so Stahlhut mit Blick auf die Uhr, "werde ich beantragen, das Verfahren einstweilig einzustellen." Es findet sich niemand. Raschke stellt ein. Die Rechtspflegerin abschließend: "Das Verfahren wird nur dann fortgesetzt, wenn innerhalb der nächsten Monate ein entsprechener Antrag gestellt wird." Schluss. Kreditexperte Stahlhut auf Nachfrage der Landes-Zeitung zum weiteren Gang der Dinge: "Wenn innerhalb der sechs Monate ein Interessent an uns heran tritt, der Preis ,stimmt' und er uns obendrein nachweist, dass er das Projekt auch finanzieren kann, werden wir die Fortsetzung des Verfahrens beantragen." Dann werde ein neuer Termin festgesetzt. Da das Amtsgericht derzeit aber keine Termine frei habe, werde der nächste voraussichtlich erst in sechs bis neun Monaten stattfinden können. Findet sich in besagten sechs Monaten dagegen kein Interessent - "dann", so Stahlhut, "wird das Verfahren aufgehoben und wir müssten ein neues in Gang bringen". Dadurch indes würden der Sparkasse weitere Kosten entstehen;allein diejenigen für das Gericht liegen schon heute bei 5561 Euro. Der Banker auf die Frage Barakats, wer denn bis dahin die dringend notwendigen Reparaturen zahlen müsse: "Die Eigentümerin." Die heißt seit Mai 1998 Anita Jessa-Valentin, gilt aber als nicht "greifbar". Vorgeschichte: Pächterin des Altstadtkellers ist seit 8. Mai 2002 Miroslava Weingard, Schwiegermutter Barakats; der Pachtvertrag hat eine Gesamtlaufzeit von 15 Jahren. Die Frage eines Anwohners, der dem Termin gestern beiwohnte, ob der Käufer der Immobilie denn ein "außerordentliches Kündigungsrecht" habe, mochte die Rechtspflegerin nicht beantworten. Auf dem Objekt lasten Grundschulden in Höhe von 230 000 Euro (Sparkasse Schaumburg), 40 000 Euro (König-Brauerei, Duisburg) sowie Sicherungshypotheken in Höhe von 10 000 Euro (Abfallwirtschafts-Gesellschaft Schaumburg) und 3000 Euro (Land Niedersachsen). Beim ersten Termin im November 2004 hatte neben Barakat auch Gastronom Dieter Kleen geboten - beide allerdings viel zu wenig.

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