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Das Autogeschäft im Jahr nach der Abwrackprämie / Auch Gebrauchte sind wieder attraktiv

Altlasten abgewickelt – die Nachfrage steigt

Hameln (CK). „Gebrauchte sind kaum an den Mann zu bringen“ – eine Schlagzeile der Dewezet vom Mai letzten Jahres hat sich mittlerweile fast ins Gegenteil verkehrt. Nach dem Auslaufen der Abwrackprämie können die heimischen Autohäuser mittlerweile offenbar wieder aufatmen: Die Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen hat wieder angezogen.

veröffentlicht am 04.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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„Bei den Gebrauchten läuft es auf jeden Fall wieder besser. Die Kunden haben sich inzwischen an die normalen Preise gewöhnt“, sagt etwa Rainer Müller vom Autohaus ¦koda. Kunden, die sich für einen Gebrauchtwagen interessierten, hatte er bereits im Frühsommer geraten, ein Vierteljahr abzuwarten, bis sich die Situation wieder beruhigt habe. Und er sieht sich bestätigt, trotz des schlechten Wetters. Rückläufig ist allerdings bei ¦koda das Neuwagengeschäft. „Da gibt es kein Vertun“, sagt Müller – schließlich sei die Situation im vergangenen Jahr extrem gewesen, als ein Neuwagen der Marke Fabia beispielsweise rund 4000 Euro weniger gekostet habe als üblich. Heute versucht man in seinem Haus, Kunden mittels längerer Service- oder Garantiezeiten und Angeboten bei der Zulassung zu locken.

„Alles abgewickelt“ – das ist die Bilanz, die man im Autohaus Fischer angesichts der Abwrackprämie des vergangenen Jahres zieht. Anders als Mitbewerber, so sagt Ralf Fischer, habe sein Unternehmen aufgrund kurzer Lieferzeiten keine „Altlasten“ mehr, also Fahrzeuge, die noch dank der Abwrackprämie gekauft, aber erst jetzt zugelassen wurden. Derzeit verzeichnet man bei Toyota eine Kundennachfrage auf dem üblichen Niveau wie im Jahre 2007 – „bei Neuwagen sind wir gut in der Spur“. Auch bei Gebrauchten verzeichnet Fischer einen „deutlichen Anstieg“ der Nachfrage. Kunden, die heute zu rund zwei Dritteln des Listenneupreises einen Gebrauchten kaufen möchten, gibt es wieder, wobei er generell eine verstärkte Nachfrage nach den Kompakten ausgemacht hat. „Das ist schon seit Jahren Trend und hängt mit dem Budgetdenken der Kunden zusammen“, so Fischer.

Beim Autohaus Schütte gibt es keinen großen Bestand, deswegen liegt die Nachfrage nach Aussagen von Geschäftsführerin Simone Holz „etwa dort, wo sie sonst auch lag“. Deutlich mehr nachgefragt, so hat sie festgestellt, sei der Dacia, der gegenüber dem Renault – Schütte vertreibt beide Marken – „deutlich preisaggressiver“ sei. Ansonsten führt die Geschäftsführerin eine gewisse Zurückhaltung der Kunden auch auf die allgemeine wirtschaftlich unsichere Lage zurück.

„Keinen großen Unterschied“ zum Vorjahr kann Andreas Siekmann vom gleichnamigen Autohaus feststellen. Hier sorgen vor allem die Marken BMW und Mini für Umsatz, beides Logos, die von der Abwrackprämie ohnehin nicht so stark profitiert hatten wie die preiswerten Klein- und Kompaktwagen. Deswegen verzeichnet Siekmann auch keinen großen Unterschied zum Jahr 2009, als die Abwrackprämie bei manchen Mitbewerbern das Neuwagengeschäft in die Höhe schnellen ließ. Immerhin: „Unser Geschäft läuft nach wie vor, zurzeit geht die Nachfrage steil nach oben“, bilanziert Siekmann zufrieden.

Gebrauchtwagen stehen nach Ende der Abwrackprämie nicht mehr wie Blei bei den Händlern, und auch bei Neuwagen läuft’s offenbar nicht schlecht.

Foto: Dana

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