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Über 100 Jahre alte Bilder in Dorfchronik / „Ohne die Erinnerungen hätten wir nichts gehabt“

Alte Fotos bewahren die Dorfgeschichte

Welsede (ah). Im Jahre 2007 überlegten einige Welseder, einen Dorfgemeinschaftsverein zu gründen. Für diesen Verein galt es Ziele zu suchen und abzustecken. Genannt werden in der ausgearbeiteten Dorfsatzung: Förderung der Denkmalpflege, der Unfallverhütung, der Jugend, der Heimatpflege und der Heimatkunde. Aus dem letztgenannten Punkt sollte die Erschaffung und Erhaltung einer Dorfchronik hervorgehen. „Die Zeitgeschichte geht sonst verloren“, erklärt der Vorsitzende des 2008 gegründeten Vereins, Sven Sattler.

veröffentlicht am 18.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 22.12.2009 um 18:16 Uhr

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Welsede (ah). Im Jahre 2007 überlegten einige Welseder, einen Dorfgemeinschaftsverein zu gründen. Für diesen Verein galt es Ziele zu suchen und abzustecken. Genannt werden in der ausgearbeiteten Dorfsatzung: Förderung der Denkmalpflege, der Unfallverhütung, der Jugend, der Heimatpflege und der Heimatkunde. Aus dem letztgenannten Punkt sollte die Erschaffung und Erhaltung einer Dorfchronik hervorgehen. „Die Zeitgeschichte geht sonst verloren“, erklärt der Vorsitzende des 2008 gegründeten Vereins, Sven Sattler. Er berichtet, ein Lehrer, Fritz Böger, habe bereits in den 60er und 70er-Jahren an einer Welseder Dorfchronik gearbeitet, nach dessen Tod habe jedoch niemand mehr etwas davon gehört. „Wir möchten Kontakt zu den Angehörigen aufnehmen, weil wir Bögers Chronik gerne als Grundlage für unsere nehmen würden“, sagt Sattler. Was für eine akribische Arbeit dahintersteht, weiß Kurt Schäferbartold, der gerade seine „Erinnerungen – Welsede im Jahre 1951“ veröffentlicht hat. In jenem Jahr hatte er eine Welsederin geheiratet und war in jenen 1238 erstmals urkundlich nachgewiesenen Ort gezogen. Seine Niederschrift sei eine „Zustandsbeschreibung“ der Besiedelung und Lebensverhältnisse, die er „vor dem Vergessen bewahren“ wolle, so Schäferbartold. „Ohne die ‚Erinnerungen‘ hätten wir nichts in der Hand gehabt“, betont Sattler. Jetzt sei etwas in Gang gekommen, das für die Nachwelt geschaffen und erhalten werden soll. Plan ist, strukturiert zu speichern, was der Verein aktuell unternimmt, um die Gemeinschaft zusammenzuhalten, teilt Sattler mit. Fortlaufend werden Erinnerungen von Zeitzeugen und Informationen über die Dorfgeschichte gesammelt, die hinzugefügt werden.

Alle Welseder wurden aufgerufen, zu Hause nach Bildmaterial zu suchen – das fehlte noch komplett. An zwei Kaffeenachmittagen, zu denen der Verein einlud, brachten vorwiegend ältere Bewohner Privatfotos mit, die gemeinsam durchgesehen wurden. Kommentare wie „Guck dir mal die Hosen der Männer an!“ oder „Da wohnte Franz von der Bahn!“ seien gefallen, die Fotos hätten für viel Gesprächsstoff gesorgt und Erinnerungen hervorgerufen, erzählt Sattler. 200 Bilder wurden eingescannt und liegen in Form einer Diashow vor – von der alten, stark befahrenen B 83, Umbau- und Sanierungsarbeiten, alten Fachwerkgebäuden, Festen im Dorf. Einziges Problem: Das älteste Foto stammt von 1952, für eine Chronik sehr jung!

3 Bilder

Mehr Erfolg hatte der örtliche Schützenverein bei der Seniorenfeier am letzten Sonntag. „Bis zu 100 Jahre alte Bilder wurden mitgebracht und durch die Geschichten der Anwesenden wieder lebendig“, berichtet Michael Steding, dem die Senioren versprachen, noch weitere Fotos zur Verfügung zu stellen. Angedacht ist, alle mit Bildunterschriften zu versehen – dafür ist die Hilfe von Zeitzeugen notwendig, die Auskunft über Namen oder Gebäude geben können. „Sowohl für die fortlaufende Abschrift der einzelnen Puzzleteile der sich entwickelnden Chronik als auch langfristig für die Aktualisierung und Katalogisierung der Fotopräsentation benötigen wir dringend Unterstützung“, sagt Sven Sattler. Ein großes Projekt läuft an.

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