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Verein "Rolfshagen Aktiv" will stillgelegte Stolleneingänge aufspüren / Arbeit an einem Ortswappen

Alte Bergwerkschächte als Touristenattraktion?

Rolfshagen (la). Um das Jahr 1890 hat die Hälfte der Einwohner von Rolfshagen von der Arbeit in Bergbau und Glashütte gelebt. Zahlreiche Kumpel förderten Kohle aus den Tiefen des Bückeberges zutage. Im Zweiten Weltkrieg wurden einige kleinere Stollen angelegt, um auch die kleinsten Restvorkommen von Kohle im Bückeberg auszubeuten. Dazugehörten am Südhang des Bückebergs, oberhalb der Rolfshäger Siedlung, der Hindenburg- und der Glück-Auf-Stollen und im Bereich Kathrinhagen der Eulenburg-Stollen. Damals gab es in Rolfshagen in fast jeder Familie Angehörige, die mit dem Bergbau eng verbunden waren.

veröffentlicht am 26.03.2008 um 00:00 Uhr

Wird dies das Wappen von Rolfshagen?

1961 wurde der Bergbau in der Region stillgelegt. Die Stollen und Schächte sind im Bückeberg nicht mehr zu sehen, und in Rolfshagen erinnert nur noch wenig an die Bergleute von einst. Lediglich die Schilder an den Ortseingängen von Rolfshagen grüßen mit der Aufschrift "Glück auf Rolfshagen". Der Verein "Rolfshagen Aktiv" hat sich jetzt vorgenommen, gemeinsam mit dem Förderverein der Dorfgemeinschaft Kathrinhagen, die alten Bergwerkszeiten historisch aufzuarbeiten. Der Vorsitzende von "Rolfshagen Aktiv", Hans-Peter Solasse, hat sich beim Katasteramt eine Karte besorgt, auf der die alten Schächte eingezeichnet sind. "Darauf sind auch die Plattformen auf der Südseite des Bückebergs eingezeichnet, die bei den Stolleneingängen entstanden sind", erläutert Solasse. Diese Eingänge wollen die Mitglieder von "Rolfshagen Aktiv", gemeinsam mit einem ehemaligen Bergmann, jetzt suchen. Dazu treffen sich die Mitglieder des Vereins und weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger am Sonntag, 18. Mai, um 14 Uhr am Gasthaus "Walter". "Vielleicht gelingt es uns, den einen oder anderen Stolleneingang zu finden. Dann könnte man prüfen, ob ein solcher Eingang wieder freigelegt und zur Besichtigung freigegeben werden kann", sagt Solasse. Wenn dies möglich sei,könne man einen Rundwanderweg anlegen, auf dem Spaziergänger die Stolleneingänge besichtigen könnten. "Vielleicht wäre das auch ein Projekt, das im Rahmen der Dorferneuerung gefördert wird", hofft Solasse. Mit den Planungen stehe man allerdings noch ganz am Anfang. Auch mit dem derzeitigen Besitzer, der Forst, müsse deswegen noch gesprochen werden. Ein weiteres Projekt von "Rolfshagen Aktiv" ist es, ein Wappen für Rolfshagen zu entwerfen. Hier haben Heinrich Held und Hans-Peter Solasse bereits verschiedene Vorschläge entworfen und vorgestellt. Held präsentierte kürzlich die Entwürfe und erklärte sein favorisiertes Wappen. "Es soll die Geschichte Rolfshagens widerspiegeln", erläuterte Held. Grün für das Auetal, eine Ähre für die Landwirtschaft, Hammer und Schlegel und die Farbe Braun für den Bergbau und eine Flasche für die Glashütte sind auf dem Wappen abgebildet. Noch steckt das Projekt aber in der Entwicklung, denn es müssen zahlreiche Vorschriften beachtet werden.



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