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Silvia Kurre verlässt nach zehn Jahren Tätigkeit das Stift Fischbeck

AlsÄbtissin muss man robust sein

Fischbeck (boh). Mit einer kleinen Feierstunde im privaten Rahmen wird heuteÄbtissin Silvia Kurre verabschiedet, die nach zehnjähriger Tätigkeit zum 30. September das Stiftsdorf verlässt. Ursula Boysen wird das Amt für die nächsten zwei Jahre kommissarisch übernehmen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:48 Uhr

Zieht nach Göttingen: die scheidende Äbtissin Silvia Kurre. Foto

Mit Elan und frischem Schwung hatte Silvia Kurre sich vor zehn Jahren ihren Aufgaben im Stift Fischbeck gestellt. Sie löste Ruth Wendorff ab, die das Stift einige Zeit kommissarisch geleitet hatte. "Über den gesamten Zeitraum hat mir Frau Wendorff stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden", betont die scheidende Äbtissin. Von Anfang an wusste Silvia Kurre, dass sie ein sehr verantwortungsvolles Amtübernehmen und stets in der Öffentlichkeit präsent sein würde. Sie sah ihre Aufgaben als schmale Gratwanderung zwischen der Wahrung der Traditionen und dem vorsichtigen Schritt in die Moderne, mit dem Ziel, für jedermann ein christliches Vorbild zu sein. "Als Äbtissin muss man ungeheuer robust sein. Dieses Amt füllt man 24 Stunden am Tag aus", sagt sie. Bei ihrer Amtseinführung 1997 übernahm sie in Fischbeck eine Baustelle, da die Stiftskirche gerade gründlich renoviert wurde. Auf ihre Initiative hin wurden die historischen Unterlagen des Stifts neu archiviert. Mit der Archivarin Renate Oldermann, die als Historikerin der Klosterkammer Hannover angehört, legte sie ein eindrucksvolles zweibändiges Findbuch für das Stiftsarchiv vor. Damit wurde erstmals der komplette Schriftverkehr des Stifts mit historischen Pachtverhältnissen einschließlich einzelner Kaufverträge, Rechnungen und diverser Haushaltsbücher der Äbtissinnen seit Gründung des Stifts 955 archiviert. Ebenfalls auf Initiative von Silvia Kurre wurde der Stiftsparkplatz gestaltet. Gleichzeitigöffnete sich das Stift Fischbeck dem europäischen Gedanken durch die Anpflanzung einer "Europa-Eiche" sowie einer üppigen Begrünung rund um den Parkplatz. Auch das Torhaus gegenüber vom Parkplatz wurde gründlich renoviert und erhielt ein neues Nutzungskonzept als Vortragsraum und Bibliothek. Auch an der Gestaltung des Helmburgisplatzes als neue Mitte des Stiftsdorfes und der Gärten des Stifts war Silvia Kurre wesentlich beteiligt. "Alle Aufgaben wären aber nicht möglich gewesen ohne die intensive Verbindung zur Klosterkammer und zum Förderkreis Stift Fischbeck", sagt die scheidende Äbtissin. Der Förderkreis hat es seit seiner Gründung 1985 mit seinen hundert Mitgliedern geschafft, sich und das Kirchendenkmal mit seiner besonderen nationalen Bedeutung durch die Förderung von Kunst, Musik und Kultur bekanntzumachen. Diese partnerschaftliche Kooperation hat sich nach Meinung der scheidenden Äbtissin immer bewährt. Silvia Kurre wird nach Göttingen ziehen. Sie will dort gemeinnützige Arbeit leisten.

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