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Landrat und Innenminister geben erste Ehrenamtskarten für Schaumburger aus

Als "Zeichen der Wertschätzung"

Landkreis (jl). "Ehrenamt ist Gold wert" - so hat es Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier formuliert, bevor er und der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Mittwochabend an rund 40 Ehrenamtliche aus dem gesamten Landkreis gülden schimmernde Plastikkärtchen ausgehändigt haben. Mit diesen Ehrenamtskarten können die Inhaber ab sofort als "Zeichen der Wertschätzung", so Schöttelndreier, von etlichen Vergünstigungen Gebrauch machen.

veröffentlicht am 13.06.2008 um 00:00 Uhr

Innenminister Uwe Schünemann (l.) und Landrat Heinz-Gerhard Schö

"Ehrenamt ist gar nicht bezahlbar" betonte Schöttelndreier bei der ersten Ausgabe der Karten im Kreishaus. Mit der Karte werde jetzt "etwas zurückgegeben, was Sie eingebracht haben". Schünemann wertete die vom Land zusammen mit den kommunalen Spitzenverbänden entworfene Karten-Idee als "neues Zeichen". So eine Verstärkung der Anerkennung sei nötig, denn "Gemeinwesen funktioniert nur, wenn Bürger sich dafür engagieren", unterstrich der Minister. Und der Stellenwert ehrenamtlicher Arbeit werde immer größer. Wichtig sei es für die Zukunft, bürokratische Hemmnisse abzubauen, die freiwilligem Engagement im Wege stünden. Schünemann appellierte an Arbeitgeber, die Kompetenzen, die sich Angestellte etwa durch die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr erworben haben, zu berücksichtigen: "Das schafft auch Kompetenzen im Beruf", war sich der Minister sicher. Stellvertretend für die ersten Kartenempfänger -insgesamt sind es 120 -seien an dieser Stelle zwei Ehrenamtliche vorgestellt. Heide Slawitschek-Mulle (60) aus Luhden engagiert sich seit Jahren in der Diabetiker-Selbsthilfe. Zusätzlich zur Arbeit in den Gruppen in Rinteln, Bückeburg und Bad Nenndorf leitet sie seit 1996 den Diabetikerbund Schaumburg. Weil Diabetes eine "Krankheit ist, die man immer im Kopf haben muss", spielen Erfahrungsaustausche in den Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle. Wie viele Stunden Slawitschek-Mulle für das Ehrenamt arbeitet, vermag sie nicht präzise zu berechnen. Ein Beispiel: Die Vorbereitung eines Diabetikertages habe sie "ein viertel Jahr rund um die Uhr" in Anspruch genommen. Wie Slawitschek-Mulle findet auch Hubertus Fellmann (73) aus Stadthagen die Ehrenamtskarte eine "tolle Sache". Fellmann ist ein Urgestein unter den Ehrenamtlichen. Er nimmt seit 22 Jahren die Sportabzeichen-Prüfungen beim VfL Stadthagen ab, war in dem Verein unter anderem zehn Jahre stellvertretender Vorsitzender, organisiert den jährlichen Jaster-Lauf mit, leitet noch eine Sparte für Herren ab 30 -und ist noch nicht amtsmüde. "Mein Prüferausweis geht bis 2011, und dann sehen wir weiter." Gleichwohl, hat Fellmann einen "guten Nachfolger" bereits im Auge. Und einen besonderen Dank für sein Engagement, wie jetzt in Form der Karte", hatte Fellmann eigentlich gar nicht erwartet.

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