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CDU-Stadtverband: Christian Reith gibt Vorsitz ab, Peter Rudolf wird zum Nachfolger gewählt

Als Mitgliedsbeitrag gibt es künftig Trockenfisch

Obernkirchen (rnk). Die Globalisierung macht auch vor der CDU nicht halt: Weil Christian Reith als Vorsitzender des Stadtverbandes aus beruflichen und familiären Gründen nach Island zieht, hat er das Amt vorgestern Abend abgegeben. Zum Nachfolger wurde ohne Gegenstimmen Peter Rudolf gewählt.

veröffentlicht am 20.06.2008 um 00:00 Uhr

Christian Reith

Nicht einmal zwei Jahre hatte Reith den Stadtverband geführt, und er habe seine Aufgabe wirklich gut gemacht, erklärte Martin Schulze-Elvert: "Die großen Schuhe, die Horst Sassenberg überlassen hat, hast du gut ausgefüllt." Das Lob klang nicht nur ehrlich, es war auch so gemeint. Die Zusammenarbeit mit Reith sei sehr gut gelaufen, der Vorsitzende sei sich keineswegs zu schade gewesen, nachts mit den Parteimitgliedern Plakate aufzuhängen und zu kleben: "Das war für dich eine Selbstverständlichkeit." Reith selbst war zufrieden mit seiner Arbeit, in deren Mittelpunkt - neben der Alltagsarbeit wie dem Landtags-Wahlkampf - die Konsolidierung der Finanzen gestanden hatte. Hohe laufende Kosten, die fast vergebliche Suche nach Spendern - das liege vielleicht auch daran, dass die Politik selbst in Verruf gekommen sei. Die Bundes-CDU habe durch den Par-teinspendenskandal durchaus ihren Anteil, meinte Reith. Von den Mitgliederbeiträgen müsste der Stadtverband 3,70 Euro weitergeben, der Mindestmonatsbeitrag von fünf Euro könne heutzutage auch nicht mehr von jedem aufgebracht werden, aber keinesfalls dürfe dies dazu führen, dass man altgedienten Mitglieder den Stuhl vor die Tür setze. "Die Kreispartei kann mal überlegen, ob sie hier subventionieren kann", meinte Reith mit Blick auf den Kreis-Chef Klaus-Dieter Drewes. Als gute Perspektive für die Mitgliederentwicklung stufte Reith die Gründung des gemeinsamen JU-Verbandes Bückeburg/Obernkirchen ein. Das könne durchaus ein Modell auch für CDU-Ortsverbände sein, wenn auch nur auf längere Sicht: "Der ungeliebte Nachbar von heute könnte schnell zum Kooperationspartner von morgen werden." Sichtlich zufrieden war Reith mit der Rolle, die die CDU im Stadtrat spielt: Die Stadt befinde sich in einem "brutalen Wandel", die CDU verschließe sich keineswegs ihrer Verantwortung. Sie spiele im Rat nicht die klassische Oppositionspartei, "die auf Krawallbruder macht", sondern suche Lösungen zum Wohle der Stadt. Und Bürgermeister Oliver Schäfer, so wertete Reith, "arbeitet heute viel lieber mit der CDU als mit seiner Partei zusammen". Im Vergleich zur SPD habe die CDU Obernkirchen die "bessere Struktur" und verfüge über die "bessere Personalpolitik". Dass sich die CDU in die Verantwortung nehmen lasse, das zahle sich hoffentlich bei der nächsten Wahl aus, meinte Rieth: "Wir wollen stärkste Fraktion werden." Ein Lob gab es auch für Schulze-Elvert, der "hier in der Stadt viel Macht hat und die richtigen Fäden zieht". Seinen Nachfolger hatte Reith während der gemeinsamen Arbeit schätzen gelernt: Peter Rudolf verfüge über ein enormes Wissen, kenne wirklich jeden in der Partei und verfüge über große Tatkraft. 76 Mitglieder hat der Stadtverband, im letzten Jahr verlor er sechs und gewann zwei neue. Dietrich Dombrowa ist seit 35 Jahren Mitglied, Martina Reinhold zahlt seit drei Jahrzehnten ihre Beiträge. Stellvertretende Vorsitzende wurden Beate Krantz und Schulze-Elvert, Schriftführer ist Ernst Wömpner und Schatzmeister bleibt Peter Möller. Und Reith wird trotz seines Umzuges nach Reykjavik Mitglied des Stadtverbandes bleiben. Nur die Form der Bezahlung werde sich ändern, ulkte er: Den Mitgliedsbeitrag werde es künftig als Trockenfisch geben.

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