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Urgestein der Hamelner Kolpingsfamilie legt nach 47 Jahren Posten nieder / Stellvertreter zum Vorsitzenden gewählt

Als „Bezirkssenior“ fing Rudolf Thiel mit 30 Jahren an

Hameln (sto). 1963 wurde Rudolf Thiel im Alter von erst 30 Jahren zum Vorsitzenden der 1954 gegründeten Kolpingsfamilie Hameln gewählt. Dieses Amt, das damals noch „Bezirkssenior“ genannt wurde, übte der ehemalige Breslauer 47 Jahre aus. In der diesjährigen Jahreshauptversammlung legte das „Urgestein“ der Kolpingsfamilie nun seinen Posten aus Altersgründen nieder. Zum Nachfolger wurde Paul Himler, der bisherige stellvertretende Vorsitzende, gewählt.

veröffentlicht am 24.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:41 Uhr

Der Wechsel im Vorstand sei ein großer Einschnitt in der Geschichte der Kolpingsfamilie Hameln. „Eine Epoche geht damit zu Ende“, betonte Pfarrer Joachim Wingert. 47 Jahre lang habe Rudolf Thiel das Leben der katholischen Kirchengemeinde mitgestaltet und mitverantwortet. Ihm gebühren Dank, große Hochachtung und Respekt. Er werde unvergessen bleiben. Auch Pfarrer Otto Pischel lobte das Engagement des langjährigen Vorsitzenden. „Rudolf Thiel hat in der Kolpingsfamile Hameln mit großem Engagement gewirkt, aber auch über die Grenzen der Stadt hinaus viel geleistet“, so der Bezirkspräses.

47 Jahre seien eine unwahrscheinlich lange Zeit. In all diesen Jahren habe die Kolpingsfamilie einen rasanten Aufstieg erlebt. Damals gehörten dem Verband 60 männliche Mitglieder an. Erst 1977 kamen auch Frauen dazu. Derzeit zählt die lebendige Gemeinschaft 120 Mitglieder, zu denen auch Menschen evangelischen Glaubens gehören. „Rudolf Thiel hat sein Amt mit Herzblut geführt. Wir kennen ihn als hartnäckig, aber herzlich“, betonte Paul Himler.

Mit Applaus wurde Thiel zum Ehrenvorsitzenden der Kolpingsfamilie Hameln ernannt. „Danke, dass ihr mich so lange ertragen habt“, sagte der ausscheidende Vorsitzende. Seine 47-jährige Tätigkeit sei keine verlorene, sondern eine Zeit der Bereicherung gewesen. Sein Anliegen an den neuen Vorstand sei, die Gespräche mit der jungen Generation weiterzuführen. Das sei auch in seinem Sinn, sagte Paul Himler auf Anfrage.

Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Alexander Hansen gewählt. Rudolf Schmidt fungiert weiter als Beisitzer. In ihrem Jahresrückblick erinnerte Leni Höxter unter anderem an die Feier zum 55-jährigen Bestehen der Kolpingsfamilie Hameln sowie an die religiösen, wirtschaftlichen und politischen Vorträge, zu der die Kolpingsfamilie eingeladen hatte. Das waren Vorträge zur Bildungspolitik, über das Leben junger Menschen in Brasilien, über Demenzerkrankungen, über Feuerschutz und über die Bedeutung der Kirche in der heutigen Zeit. Darüber hinaus sei die Kolpingsfamilie gewandert, habe Fahrten unternommen, sich zum Kegeln oder Frühstücken getroffen, kulturelle Veranstaltungen besucht und Weiberfastnacht gefeiert. „Aber auch das soziale Engagement kam nicht zu kurz“, betonte die Schriftführerin. So hat sich die Kolpingsfamilie Hameln an verschiedenen Projekten des „Internationalen Kolpingwerks“ in Köln beteiligt. Unter anderen wurden 40 Kilo Briefmarken gesammelt und sortiert nach Köln geschickt. Der Verkaufserlös kommt der Ausbildung junger Menschen in Brasilien zugute. Auch wurden wieder Brillen und Geldspenden gesammelt für die Entwicklungsländer. Darüber hinaus hat die Hamelner Kolpingsfamilie in der Bevölkerung wieder Weinkorken für das Taubblindenheim Fischbeck gesammelt.



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