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MdL zieht Schlussstrich unter 18-jährige parlamentarische Landtagstätigkeit / Imposantes Fest

Allister: Du bist einfach ein ganz toller Kerl

Bückeburg (bus). Friedel Pörtner hat mit einem imposanten Fest einen Schlussstrich unter seine achtzehnjährige parlamentarische Landtagstätigkeit gezogen. "Mit einer derartigen Hochkarätigkeit habe ich nicht gerechnet," illustrierte Landtagsvizepräsidentin Ulrike Kuhlo die Imposanz des Abends im Bückeburger Herminenpalais. Christian Wulff drückte derweil auf die Tube. "Beeilt Euch, ich stehe draußen in der Kälte", forderte der bestens gelaunte Ministerpräsident Pörtner und dessen Ehefrau Brigitte zu mehr Tempo im Empfangsbereich auf.

veröffentlicht am 26.02.2008 um 00:00 Uhr

Friedel Pörtner (auf der Treppe) gibt den Takt vor - und 240 pro

Was allerdings angesichts von 240 geladenen Gästen, denen allesamt mehr als ein lapidarer Handschlag zustand, nicht eben einfach umzusetzen war. Dass die Gastgeber dem hochkarätigsten Besucher der vom Hotelrestaurant Ambiente (Catering), der Band "Champagne" (Tanzmusik) und dem Jagdhornbläserkorps Schaumburg (Blasmusik) unterstützten Feier einen behänden Sonderweg durch die Schlange der Wartenden eröffneten, verstand sich unterdessen von selbst. Außer Kuhlo und dem "MP" waren die Landesminister Bernd Buse mann, Hans-Heinrich Sander und Uwe Schünemann der Einladung in die ehemalige Residenzstadt gefolgt. Weitere Prominenz: Professor Jörn Ipsen (Präsident des Staatsgerichtshofs), Landesbischof Jürgen Johannesdotter und David Mc Allister (CDU-Fraktionsvorsitzender) sowie Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, Bürgermeister Reiner Brombach und General Richard Bolz. Im offiziellen Teil der Veranstaltung stellte sich rasch heraus, dass Pörtners überregionale Autorität trotz vier Legislaturperioden in der Landespolitik dann doch von eher bescheidenem Wirkungsvermögen ist: Das Ex-MdL hatte die Redner im Vorfeld darum gebeten, keine Lobhudeleien vorzutragen - und nicht einer scherte sich um die Vorgabe. "Die Zusammenarbeit mit Ihnen war in jedem Fall eine Bereicherung", sagte Kuhlo. Wulff bezeichnete Pörtner als "ganz ungewöhnliche Persönlichkeit", was er "gleichermaßen auf Regierung, Partei und Mitbürger gewertet" wissen wollte. "Ich bin letztlich auch hier, weil ich Dich als wirklichen Freund betrachte", betonte der Ministerpräsident. Mc Allister stellte als typische Eigenschaften des in Müsingen geboren Politikers sowohl Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß als auch - "als Begriffe, die ich mit Dir verbinde" - Harmonie, Humor und Heimat heraus. Der Fraktionsvorsitzende: "Du bist einfach ein ganz toller Kerl." Johannesdotter, der aus dem zweiten Brief des Apostel Paulus an die Korinther zitierte - "nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu erdenken als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott" - sprach Pörtner als "Mitbürger und Mitchrist" an: "Ich sage Ihnen Dank für die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen." Pörtners Hudel-Sperrversuch zeitigte freilich die aparte Folge, dass der Festgesellschaft Reden ohne die sonst üblichen Versatzstücke zu Ohren kamen. Und dass sie allerhand persönlicher Beobachtungen und Einschätzungen über den 65-Jährigen gewahr wurde: Wuseligkeit, leicht vornübergebeugter Laufschritt (Kuhlo); er war immer sehr nervös, wenn ich mit seiner Frau telefoniert habe (Wulff); ich hätte gern den Friedel gesprochen - das hätte ich auch gern mal (Mc Allister über ein Telefongespräch mit Brigitte Pörtner). In allen offiziellen Verlautbarungen spiegelten sich große Sympathie und Hochachtung wider. Das mag nicht zuletzt dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass Pörtner, der in Zeiten fixer Faxe und blitzschneller Datenautobahnen ja eher dem etwas behäbig anmutenden Typ "Festnetzanschluss" zuzurechnen ist, in den zurückliegenden 18 Jahren im Hintergrund manche Strippe gezogen hat, deren Beständigkeit und Solidität über den Tag hinaus andauern werden.



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