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Doppelter Umzug nach zehn Jahren: "Spielzeuginsel" und "WohnzeitAlter" wollen Räume wechseln

Alles nur Gerüchte: "Nordsee" kommt doch nicht

Rinteln (clb). Die Gerüchte sind so zahlreich wie die Pflastersteine auf dem Marktplatz: Von Auszug und Geschäftsaufgabe wird gesprochen, eine Nachnutzung, so munkelt man, soll durch den Fischimbiss "Nordsee" stattfinden. Richtig ist: Beide Geschäfte, "Spielzeuginsel" wie "WohnzeitAlter", ziehen aus dem Gebäude Marktplatz 3 aus, wie die Inhaber Silvia Bräuer und Michael Alter gestern auf Anfrage bestätigten.

veröffentlicht am 04.01.2008 um 00:00 Uhr

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Bräuer, Besitzerin der "Spielzeuginsel", wechselt Anfang Februar mit ihrem Geschäft auf die gegenüberliegende Marktplatzseite, für "WohnzeitAlter" werden noch geeignete Geschäftsräume in der Innenstadt gesucht. Hintergrund für die beiden Auszüge sind die auslaufenden Mietverträge. Nach zehn Jahren am Marktplatz wollen sich beide Geschäfte neu orientieren, ihr Konzept leicht verändern und haben daher beide eine Vertragsverlängerung abgelehnt. Die Gründe dafür sind jedoch unterschiedlich: Silvia Bräuer will den Spielzeugladen künftig in Kombination mit ihrem Bastelgeschäft führen (welches sich bereits seit einigen Jahren am Marktplatz befindet), ihr Kleinartikelsortiment erweitern und sich von Großartikeln wie Dreirädern und Traktoren trennen. Wie die drei Räume des Bastelladens dann ab Februar eingeteilt werden, will sie noch nicht verraten. Die Größe der Ladenfläche sei aber in etwa vergleichbar mit der der jetzigen "Spielzeuginsel", erklärt die Inhaberin. Diese umfasst rund 200 Quadratmeter. Für "WohnzeitAlter" suchen Liane und Michael Alter eine kleinere Ladenfläche mit größeren Schaufenstern. "Wir möchten unser Sortiment ändern, den Möbelbereich verkleinern, nur noch ausgesuchte Einzelstücke präsentieren und in erster Linie Heimtextilien, Accessoires und Geschenkartikel anbieten", erläutert Michael Alter den Hintergedanken des geplanten Umzugs. Ihr Mietvertrag für die 250 Quadratmeter Ladenfläche laufe zwar erst Ende Juli aus, doch man möchte, wenn möglich, bereits eher raus. Wie die beiden Geschäftsräume, zusammengerechnet ergeben sie eine Fläche von 450 Quadratmetern, künftig genutzt werden, steht noch in den Sternen. Gerüchte, dass die Räume an den bundesweit verbreiteten Fischkonzern "Nordsee" vermietet werden, dementiert Hausbesitzer Hans-Erich Scheffler heftig: "Ich fiel aus allen Wolken, als ich davon gehört habe. Alle wussten bereits davon, nur ich nicht!" Skeptisch ist Scheffler hinsichtlich der Möglichkeit, wieder einen privaten Anbieter mit Haushaltswaren dort unterzubringen, er selber habe dort schließlich jahrelang ein solches Geschäft betrieben. "Da hätte ich Bedenken, derjenige Betrieb müsste ja auch lebensfähig sein", wägt er ab. Die Chancen, dass sich ein solches Geschäft dort lange halten kann, seien zu gering. Auch für einen Nahversorger seien die vorhandenen Gegebenheiten nicht geeignet, da beide Verkaufsflächen Treppenstufen aufweisen, meint der Hausherr. Scheffler ist jetzt auf der Suche nach einem Nachmieter. Wenn möglich, einen einzigen Mieter für die gesamte Ladeneinheit. Einige Anfragen aus verschiedenen Richtungen gebe es bereits. Fest stehe für ihn jedoch, so der Hausbesitzer, dass er in dieses Gebäude nichts mehr investieren will.

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