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Nach Intervention aus Bad Nenndorf schaltet Behörde Ampel neu / Stau vorbei

Alles nur eine Frage von Sekunden

Bad Nenndorf (rwe). So manchem Autofahrer dürfte es wie ein kleines Wunder vorkommen: die Staus auf der Rodenberger Allee am Nachmittag sind verschwunden. Allerdings hat dies nichts mit Zauberei zu tun. Nach Intervention aus Bad Nenndorf hat die Landesbehörde für Straßenbau die Ampelschaltung wie angekündigt optimiert. Auch auf der Bundesstraße 65 dürfte es jetzt besser rollen. Die Spur für Linksabbieger in Richtung Rodenberg wurde verlängert. Damit blockiert der Umleitungsverkehr nicht so schnell die Autos, die geradeaus nach Stadthagen wollen.

veröffentlicht am 12.12.2007 um 00:00 Uhr

Tankstelleninhaber Wolfgang Seifert kann sich jetzt doppelt auf den Feierabend freuen. Nicht nur, weil er nach Hause zur Familie kann, sondern weil er auf dem Weg nach Rodenberg nicht viele Minuten im Stau an Drei Steine verbringen muss. DerÄrger über die Warterei, der den Unternehmer nach eigenen Worten auch zunehmend Kunden an der Zapfsäule kostete, veranlasste ihn zum Protest. Denn seiner Ansicht nach war die Ampel nicht optimal getaktet. Schon vor der Baustelle auf der Autobahn 2 standen die Wagen bis zum Rathaus. Seifert bat Frank Lohmann um Hilfe, im Vorstand der Interessengemeinschaft für den Handel zuständig. Die beiden bekamen einen Termin bei Stadtdirektor Bernd Reese, der gleich Landkreis und Landesbehörde für Straßenbau dazu bat. Gemeinsam wurde diskutiert, wie sich die Ampel besser schalten ließe. Dabei forderte die Nenndorfer Fraktion ein schnelles Handeln. Die Behörde hat diese mit Erfolg umgesetzt. An Drei Steine ist mittlerweile alles im Fluss. So wurde der Umlauf um fünf Sekunden verlängert. Diese Zeit kommt dem Querverkehr zwischen Nenndorf und Rodenberg zugute. "Wir haben die Anforderungszeit verändert", sagt der Hamelner Behördenleiter Markus Brockmann. Die Ampel reagiert träger, die Freigabe erfolgt erst nach sieben Sekunden statt nach fünf. Denn oft musste der Querverkehr warten, wenn noch Lastwagen über die Kreuzung schlichen. Da die Detektoren aus Richtung Kurstadt keine Bewegung meldeten, schalteten sie die Ampel wieder auf Rot. Das geschieht nun nicht mehr so fix. Zusätzlich hat die Firma Siemens eine Handsteuerung eingerichtet, die in Extremlagen wie einer Autobahnsperrung durch die Polizei vorgenommen wird. Die Beamten sind allerdings noch nicht geschult. Sie könnten dann zwischenzeitliche Staus abfließen lassen und dann wieder in das normale Programm zurück drehen. Zudem hat die Straßenbaubehörde den Linksabbieger in Richtung Rodenberg um 60 Meter verlängert. Damit ist dort im Fall einer Umleitung mehr Platz für wartende Autos, die nicht mehr die Geradeausspur verstopfen. Im Oktober stauten sich bekanntlich die Wagen zurück bis zur Bückethaler Landwehr. "Wir haben darauf bestanden, dass das schnellstmöglich umgesetzt wird", sagt Stadtdirektor Reese. Die Notwendigkeit habe auch die zuständige Landesbehörde erkannt. Frank Lohmann lobt das schnelle und unbürokratische Handeln. Die Änderung war nicht nur wichtig für den Handel in der Stadt, auch für das Klima. Das sieht Seifert ebenso. "Das ist die perfekte Lösung", freut er sich. Und seine Kunden sind auch wieder alle da.



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