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Volksbank Hameln-Stadthagen hat millionenteure Renovierung abgeschlossen

Alles neu – nur das Geländer nicht

Hameln (wul). Wie kommt es eigentlich beim Kunden an, wenn mitten in der Krise eine Bank rund 1,5 Millionen Euro in das eigene Haus investiert? Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hameln-Stadthagen, Heinz-Walter Wiedbrauk kennt die möglichen Vorwürfe, wenn Geldhäuser Geld ausgeben und antwortet gelassen: „Manche sagen: Das ist alles von unseren Zinsen bezahlt, und wenn wir nichts machen, dann würden die Gleichen sagen: Ist das eingestaubt hier …“ Damit Letzteres nicht geschieht, hat die Volksbank seit Ende April kräftig renoviert.

veröffentlicht am 17.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Zuerst war das Dach dran, 29 Gauben, „alle undicht“, erzählt Wiedbrauk. An das Wort Dämmung sei bei dem Bau aus den 50ern kaum zu denken gewesen. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes sei energetisch saniert worden. Richtig Mühe gemacht hätten dabei die Fenster im Anröchter Sandstein, der so porös sei. Im nächsten Schritt ging’s ans Eingemachte, und während draußen der Charakter erhalten bleiben musste, ist in der Schalterhalle nichts mehr wie’s war.

In nur zweieinhalb Monaten wurde sie komplett renoviert, erstmals nach 17 Jahren, und noch riecht es nach Kleber und Farbe. „Es ist alles viel freier geworden. Damit folgen wir der Philosophie, dichter am Kunden zu sein“, so Wiedbrauk. Sobald der Kunde die Filiale von der Osterstraße aus betritt, steht er fast unmittelbar in der Schalterhalle. Die strikte optische Trennung zwischen ihr und dem Vorraum ist aufgehoben, „der Kunde hat gleich nach den ersten Schritten einen Mitarbeiter“.

Vor allem war es Zeit, mit der Zeit zu gehen: „Früher war die Schalterhalle hoch frequentiert – der Geräuschpegel diente quasi als Trennwand“, erzählt Wiedbrauk. Doch heute tätigen viele ihre Bankgeschäfte online von zuhause aus, sodass weniger Kunden persönlich in die Filiale kommen. Wer aber ein vertrauliches Gespräch mit einem der 50 Mitarbeiter wünscht, wolle Diskretion, und die bekomme er jetzt in einem der fünf neuen, abgetrennten Beratungsräume. Nicht nur funktional, sondern – unschwer zu erkennen – auch optisch wurde die Filiale komplett überholt und aufgefrischt: orange, helles Eichenholz, heller Granitboden. Auch der Sandstein auf der Treppe, die in die erste Etage führt, wurde durch Granitplatten ersetzt. An dem schmiedeeisernen Geländer aber wollte Wiedbrauk nicht rütteln lassen: „Das ist altes Hamelner Handwerk!“ Die Architektin habe sich dem Wunsch letztlich gebeugt.

Fast 1,6 Millionen Euro – „alle Aufträge wurden an heimische Betriebe vergeben“, betont der Vorstandsvorsitzende. Etwa zwölf Unternehmen hätten an dem Umbau mitgewirkt.



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