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Jahrestreffen des 3er-Clubs in Porta / "Ein Auto, das viele gern gehabt hätten"

Allerwelts-BMW und Straßenrenner

Rinteln/Porta Westfalica (ly). Vor Jahren sind einmal BMW-Fahrer zum Treffen gekommen, deren Autos optisch aufgemotzt waren bis zum "geht-nicht-mehr". "Die haben geguckt, uns für verrückt gehalten und sind wieder gefahren", erinnert sich Ralf Ziegler, Chef des 3er-Clubs.

veröffentlicht am 11.06.2008 um 00:00 Uhr

Benzingespräche: Die eindrucksvolle Kulisse bilden rund 70 BMW d

Im Verein gibt es solche Wagen nicht. Verbreiterte Kotflügel, tiefer gelegte Fahrwerke oder laute Auspuffe gelten als verpönt. "Wir vertreten die reine Lehre. Wenn Tuning, dann dezent", sagt Ziegler, der aus Bonn zum dreitägigen Jahrestreffen des BMW 3er-Clubs nach Porta Westfalica gereist war. Vertreten waren am Wochenende rund 70 Fahrzeuge der Typen E 21 und E 30 aus ganz Deutschland, gebaut von 1975 bis 1994. Und alle wollten bewegt werden. Der Veranstalter Stefan Versick und dessen Sohn Sebastian hatten für die obligatorische Ausfahrt eine kurvenreiche Route ausgetüftelt, die über Kalletal und Extertal führte, zur Schaumburg und dem privaten VW-Museum in Hessisch Oldendorf. Stefan Versick fährt ein Baur-Cabrio vom Typ 325i, dessen 171 PS nur etwas mehr als 1100 Kilogramm auf Trab bringen müssen, ein echtes Leichtgewicht. "Der Wagen macht einfach Spaß", schwärmt er. "Gegenüber neuen Fahrzeugen siehst du damit nicht alt aus." Von dem sonst eher seltenen Baur-Cabrio waren am Kaiser-Wilhelm-Denkmal, vor dem Quartier Kaiserhof (Barkhausen) oder auf dem Parkplatz am Hausberger "Haus des Gastes" mehrere zu sehen. Hinzu kamen diverse dezent veredelte Dreier, etwa von Hartge, Alpina oder der hauseigenen BMW M GmbH. Michael Klette aus Hemer im Sauerland fährt einen solchen M 3, bei dem 215 PS auf lediglich 1200 Kilo Leergewicht treffen. Vor zwölf Jahren hat Klette seinen roten Renner "mit dem Bauch gekauft", nicht mit dem Verstand. "Über den Verbrauch darf man nicht nachdenken." Im Stadtverkehr schlürft der Vierzylinder 14 Liter Sprit. Dafür geht's außerhalb geschlossener Ortschaften flott voran. Der Sprint von null auf 100 wird in weniger als sieben Sekunden absolviert, die Spitze liegt bei Tempo 240. "Laut, direkt, enger Straßenkontakt", beschreibt Michael Kelle das Fahrgefühl in seinem M 3, dessen Power Fans an den dicken Backen erkennen. "Bei 4000 Umdrehungen fängt der Spaß an", erzählt der Sauerländer. "Den Grenzbereich des Autos habe ich noch nie ausgelotet." Dazu müsste er auf die Rennpiste. Dort würde sich Ralf Ziegler fehl am Platze vorkommen. Sein Oldtimer 320 (Baujahr 1976, Automatik, 109 PS) zieht die etwas gemäßigte Gangart vor und hat dies in den Händen der Vorbesitzerin, einer älteren Dame, auch nicht anders gelernt. Seit 2000 gehört der pastellblaue Dreier Ziegler, der davor einen anderen E 21 hatte. "Aber das war ein Frustkauf", erklärt der Club-Chef. "Nach meinem jetzigen Auto habe ich lange gesucht." Es musste ein seltener Zweiliter-Vierzylinder sein. "Davon gab es diverse in unserer Familie, das zog sich durch meine Kindheit", so Ziegler. "Der Dreier ist ein Auto, das viele gern gehabt hätten, als sie Führerschein gemacht haben", erklärt er die anhaltende Faszination des kleinen Bayern eher nostalgisch. Bei ihm selbst war das schließlich nicht anders.

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