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Modellautoausstellung im Autohaus Weserland / Leichenwagen die Attraktion

"Alle wundern sich, wenn wir mit dem Leichenwagen am Supermarkt parken"

Rinteln (who). Da wo die "richtigen" Autos stehen, hat der "Gelldorfer Modellauto-Club e.V. 1993" am Wochenende seine Modellbörse ausgerichtet. "Wir sind zum ersten Mal im Autohaus Weserland im Rintelner Industriegebiet Süd", schilderte Modellautoclub Vorsitzender Andreas Heumann, die Miete im Brückentorsaal sei für den Verein einfach zu hoch.

veröffentlicht am 16.04.2007 um 00:00 Uhr

Ernst-Wilhelm Voß, Geschäftsführer des Autohauses, habe den Modellautoclub sofort eingeladen, "als wir angefragt haben, ob wir hier eine Ausstellung veranstalten könnten". Der Club mit Sitz in Gelldorf will auf jeden Fall in Rinteln präsent bleiben. "Und künftig werden wir auch für ein Rahmenprogramm sorgen", betonte Heumann. Einiges an Attraktionen hatten die Aussteller den Besuchern zu bieten: So zeigten Berufskraftfahrer Lars und seine Ehefrau Silvia Schütz aus Bad Eilsen Modelle von Bestatterwagen - ein auch unter passionierten Modellsammlern ungewöhnliches Fachgebiet. Besonders ausgefallen sind die Modelle von Leichenwagen aus den USA, Straßenkreuzer, wie man sie aus Gangsterfilmen kennt, so zum Beispiel den pompösen Cadillac Baujahr 1938. Alles ist originalgetreu, selbst der Auszug für den Sarg. Die Modelle, erläutere Lars Schütz, stammten aus den USA, seien sehr wertvoll und kosteten - weil oft nur in limitierten Auflagen hergestellt - an die 120 Euro. Auch "in echt" hätten es ihnen Leichenwagen inzwischen angetan, geben die Schützens zu, die selber zwei fahrbereite Kombis der Marke Ford Granada, Baujahr 1982, besitzen. Oft, verriet Schütz, würden sie mit ihren Leichenwagen sogar veritablen Sportwagen locker die Schau stehlen: "Es macht schon Spaß, wenn wirmit unseren Autos beim Einkaufen auf den Supermarkt-Parkplatz fahren und die Leute verwundert stehen bleiben". Oft gebe es dann Lacher, wenn die Sprudel- und Bierkisten im Sargabteil verstaut werden. "Wir sind dennoch keine Gruftis, obwohl solche Leute uns schon angesprochen haben, weil sie unsere Autos cool finden", betonte Schütz. Dass es nicht nur in Amerika Freunde ihres ausgefallenen Hobbys gibt, sondern auch eine Sammlerszene in Deutschland haben die Eheleute inzwischen entdeckt. Und wie man bei einem Blick auf ihre Präsentationen in der Ausstellung sah, hat sich auch die Spielzeugindustrie darauf eingestellt. Neben den Ford-Oldtimern hatten die beiden ein ganzes Ensemble mit Friedhofskapelle und dazu gehörendem Parkplatz voller schwarzer und grauer Leichenwagen aufgebaut. Eine Szenerie, die Lars und Silvia Schütz sogar aus eigener Anschauung kennen: "Wir haben im vergangenen Jahr in Bad Hiddenserborn ein Leichenwagentreffen organisiert, zu dem rund 50 Fahrzeuge gekommen sind". Das nächste Treffen, möglichst nahe bei ihrem Wohnort Bad Eilsen sei für 2008 geplant. Das Hobby scheint sogar noch ausbaufähig. Als jüngste Erweiterung haben die beiden Minisärge und Urnen mit in ihr Sortiment aufgenommen - und die Stücke werden gekauft.



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