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Tusch für Buch: Musikalisch-literarisch-kulinarisches Sonntagabendvergnügen

Alle sind recht vergnüglich, denn nicht nur der Pfannekuchen ist vorzüglich

Obernkirchen (rd). "Ein rundum gelungenes Experiment", so lautete unisono das Fazit von Kulturfenstermacher Rolf-Bernd de Groot und Café-Chefin Marlene Freytag.

veröffentlicht am 07.06.2007 um 00:00 Uhr

Angerichtet mit Busch.

Nach dem Motto "lieber ein heiteres ,Busch-Input' mit Frank Suchland als den ganzen Abend bedrohendes ,Bush-Putin' im TV" drängten sich 70 Vergnügungssuchende im Klubraum des Cafés am Sonnengarten. Mehr Besucher hätten im stilvollen Fachwerkambiente auch keinen Platz gefunden. Der viel beschworene Kontakt zum Publikum fiel Catharina von Bargen und Frank Suchland denn auch überhaupt nicht schwer, saß man ihnen doch sprichwörtlich direkt "auf der Pelle". Ein textliches Feuerwerk von tiefschürfenden und ironischen Lebenslagenbetrachtungen brannte Suchland ab, wie immer pointiert und mit stimmlichem Volleinsatz. Catharina von Bargens leises Gitarrenspiel sorgte zwischendurch für ein wenig entspanntes Gedankenwandern bis zum nächsten Suchlandschen Sprachgewitter. Wilhelm Busch und seine Verwandten im Geiste - vom letztjährigen Busch-Preisträger, dem unvergesslichen Robert Gernhardt, über Joachim Ringelnatz bis zur Wirtschaftswunderknalltüte Heinz Erhard - kamen alle zu Wort. Die bestens unterhaltenen Gäste fanden in der Pause ein gut sortiertes, ländliches Buffet vor, das ganz im Sinne des Wiedensahler Genussmenschen geraten war: "Mama Fittig machte grad/Pfannenkuchen und Salat", genau so frisch und wohlriechend kamen Köstlichkeiten wie Apfelringe mit Rotwurst, Buchweizenpfannkuchen mit Speck, die Terrine von Boddermelksanballerße mit Piment und gebeiztem Lachs oder der Schaumburger Ziegenquark auf Pellkartoffeln aus der Küche - eigentlich kein Wunder, das viele Gäste nach diesem alle Sinne anregenden Busch-Abend noch kommunikativ wurden, anstatt nach Hause zu gehen. War es der warme Sommerabend, der kräftige Schwarzriesling, der Duft des falschen Jasmins auf der Terrasse? Was auch immer die Gedanken beflügelt hat: Es sind nun reichlich Ideen unterwegs in Richtung weiterer stilvoller Abendunterhaltung. Wer weiß, vielleicht sieht man sich demnächst mal wieder bei Liedern aus der Dreigroschenoper oder bei einemChansonabend.



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