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Noch 25 Tage bis Aschermittwoch

Alaaf, Helau – oder gar nichts?

He, Krankenschwester, kannst du mich wohl verarzten?“ Die Anmachsprüche der männlichen Karnevalisten am Rosenmontag in Köln sind wenig einfallsreich und nerven nach wiederholtem Male nur noch. Für das Jahr darauf muss also ein neues Kostüm her. Nichts, was in irgendeiner Art und Weise zu züchtig daherkommt. Blaue Perücke auf, Harlekin-Outfit an und los geht’s – dieses Mal an Weiberfastnacht – auf die Piste. Morgens um elf Uhr ist die erste Pulle Sekt bereits leer, gegen 15 Uhr haben wir schon so viele Brezeln wie sonst an drei Oktoberfest-Tagen verdrückt und etliche Bekanntschaften gemacht. Meine Freundinnen im Dirndl übrigens mehr als ich in meinem Harlekin-Kostüm: Nicht zu viel von sich Preis zu geben, hilft also doch, wenn man nervige Jecken abschrecken möchte.

veröffentlicht am 10.02.2011 um 15:06 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:18 Uhr

Karen Klages

Autor

Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite

Doch wie in jedem Jahr stelle ich mir die gleiche Frage: Warum müssen wir uns verkleiden, um so aus dem Häuschen sein zu dürfen? Wir können doch auch an 365 Tagen im Jahr feiern gehen – und dabei so sein, wie wir eigentlich sind.

Doch in andere Rollen schlüpften schon die Menschen in der Antike. Damals verkleideten sie sich allerdings aufgrund des Gleichheitsprinzips. Erst später wurde es bedeutsam, mit den bunten Kostümen die bösen Geister des Winters zu vertreiben und den Frühling anzulocken. Und heute gibt es eben auch die bösen Zungen, die behaupten, dass man sich zu Karneval nur verkleidet, um hemmungslos und unerkannt feiern zu können.

Dazu müssen Karnevalisten noch nicht einmal mehr in die Hochburgen fahren – auch im Weserbergland gibt es mittlerweile zig närrische Jecken-Veranstaltungen. Vor allem in kleinen Dörfern wie Ockensen und Ovenhausen hat sich der vermeintliche Kult zu einer kleinen Kultur gewandelt. Im nordrhein-westfälischen Ovenhausen (Landkreis Höxter) wird mittlerweile eigens ein beheiztes Festzelt auf der Narrenwiese aufgebaut, Partybands werden gebucht, und mehrere Tage lang wird gefeiert. Denn nach dem Dreikönigstag können die Narren machen, was sie wollen; erst am Aschermittwoch (am 9. März 2011) ist die fünfte Jahreszeit offiziell vorbei. Dann werden alle Nicht-Karnevalisten wieder aufatmen – wobei man in unseren Breitengraden die Chance hat, den Narren aus dem Weg zu gehen. Und deshalb finden Sie, liebe Leser, auf den folgenden Seiten und in den kommenden Wochen viele Veranstaltungs-Tipps, die gar nichts mit Karneval zu tun haben. Nur einmal im Jahr dürfen auch wir an dieser Stelle närrisch sein.

2 Bilder
Bei vielen Umzügen sieht man die Jecken auf den Straßen. bibo

Das Programm für Karnevalisten Samstag, 12. Februar

20. 11 Uhr: 2. OCV Prunksitzung „Im Kettenhemd durchs Mittelalter“, Ratskeller Wallensen

19.11 Uhr: Ball der Narren im Forum des Achat-Hotels Hannover, Schützenstraße 10, Veranstalter: Narrische Langenhagener Ritterschaft

Sonntag, 13. Februar

14 Uhr: Kinderkarneval unter dem Motto „Afrika“ in Heinsen, Mehrzweckhalle

15.11 Uhr: OCV Kinderkarneval, Ratskeller Wallensen

Samstag, 19. Februar

19.11 Uhr: Gala des Carneval Clubs Hameln im Hotel Stadt Hameln

Freitag, 25. Februar

15 Uhr: Kinderkarneval im Schützenhaus in Bad Münder-Egestorf

15 Uhr: Brückentorsaal Rinteln, Seniorenkarneval, ein Feuerwerk der guten Laune mit Gardetanz, Büttenreden und Gesangseinlagen, Kaffee und Kuchen

ganztägig: Die Jecken sind los in Albaxen. Veranstalter ist die katholische Frauengemeinschaft Albaxen

Sonntag, 27. Februar

14 Uhr: Kinderkarneval des RCV, Brückentorsaal Rinteln. Erst Kinderkarnevalsumzug durch die Altstadt, ab 16 Uhr Kinderprunksitzung mit Garden, Spiel und Tanz

Dienstag, 1. März

ganztägig: Seniorenkarneval in Ovenhausen, Festzelt

Donnerstag, 3. März

20.11 Uhr: Hexenball im Baxmann-Zentrum Hessisch Oldendorf

19 Uhr: Frauenkarneval in Höxter-Godelheim, Gaststätte Driehorst

19 Uhr: Frauenkarneval in Ovenhausen im Festzelt

20.11 Uhr: Weiberfastnachtim Varieté Marlene, Hannover, Prinzenstraße 10, Veranstalter: „Die Leinespatzen“

Samstag, 5. März

15.11 Uhr: 20. Karnevalsumzug startet vor dem Neuen Rathaus und zieht durch die Innenstadt von Hannover

20.11 Uhr: Große Prunksitzung des RCV: Brückentorsaal Rinteln, Pferdemarkt 14

15.11 Uhr: OCV-Seniorenkarneval im Scheunencafé Ockensen

19.11 Uhr: Büttenabend in Ovenhausen im Festzelt mit der Partyband Supreme

19.33 Uhr: Große Jeckenparty im Hangar No. 5 Hannover

Sonntag, 6. März

11 Uhr: Närrischer Frühschoppen in Ovenhausen im Festzelt mit der Band Schwalmrebellen

14 Uhr: Karnevalsumzug durch die Innenstadt in Hessisch Oldendorf

In der Antike verkleideten sich die Menschen aufgrund des Gleichheitsprinzips: Heute demonstrieren die Jecken damit eher, dass sie zu einer Gruppe gehören. Fotos (2): djd/GästeinformationAulen



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