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Starkregenfälle durchkreuzten die Pläne zur Sanierung / Gemeinde will Kanalkataster für Oberflächenwasser aufstellen

Ahnsens Ziel 2008: Mehrzweckhaus muss dicht werden

Ahnsen (tw). Manche Gemeinden - etwa Buchholz - sind finanziell auf Rosen gebettet: Ahnsen auch. Nur nicht auf den Blütenblättern, sondern auf den Dornen. Die stachen das Dorf 2007 besonders schmerzhaft. Im Gespräch mit der Landes-Zeitung zieht Bürgermeister Heinz Grabbe (SPD) jetzt ein Fazit des vergangenen Jahres - und lässt gleichzeitig durchblicken, wofür die Gemeinde 2008 Geld ausgeben wird.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

Das Mehrzweckhaus: An der Südwestseite (hinter dem Zaun rechts)

"Wir hatten für 2007 75 000 Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer einkalkuliert, aber nur 7500 Euro erhalten. Das ist wenig mehr denn ein Zehntel der veranschlagten Summe", bedauert Grabbe die Finanzlage. Die ist für den Bürgermeister ein Struktur-Problem, das sich auch in Zukunft nicht lösen lassen wird, denn: "Ahnsen hat mit Masse nur kleine Betriebe. Die wenigen großen haben ihren Hauptsitz nicht am Ort und zahlen ihre Gewerbesteuer folglich anderswo." Im Zuge der Auswirkungen der Steuerreform rechnetGrabbe gar damit, dass der Ort ab 2008 beim Gewerbe gänzlich leer ausgehen wird. Erschwerend kommt hinzu, dass auch Ahnsen 2007 unter den Launen der Natur zu leiden hatte. "Die zwei Starkregenfälle, denen der Ort ausgesetzt war, haben Schäden von insgesamt 40 000 Euro angerichtet", erinnert der Bürgermeister. Denn im Nachgang der Regenfälle mussten Gräben, aber auch Straßendecken erneuert werden. Dass die Gemeinde unterm Strich doch noch mit einem blauen Auge davon kam, lag laut Grabbe allein daran, dass Ahnsen etwa 50 000 Euro mehr an Einkommenssteueranteilen auf der Habenseite verbuchen konnte, als zunächst erwartet. Der Grund dafür lag in der vergleichsweise guten Konjunktur. Die Folge der Ausfälle bei der Gewerbesteuer und der Ausgaben für das Beseitigen der Hochwasserschäden war gleichwohl: Wichtige Investitionen, welche die Gemeinde schon 2007 tätigen wollte, müssen jetzt auf 2008 verschoben werden. "Allen voran sind das Arbeiten am Mehrzweckhaus sowie das Aufstellen eines Kanalkatasters für das Oberflächenwasser", sagt der Bürgermeister. Konkret: Weil sich beim Sanierungen der Fensterlaibungen im Saal des Mehrzweckhauses heraus gestellt hat, dass dort der Regen durchschlägt, müssen die Mauerfugen an der Südwestseite des Gebäudes dringend saniert werden. Zwischen ihnen haben sich unzählige feine Haarrisse gebildet, die das Wasser durchlassen. Weil besagte Fugen in Handarbeit geschlossen werden müssen, rechnet Grabbe mit Ausgaben in Höhe von 10 000 bis 15 000 Euro. In der Summe sind allerdings die Kosten für neue Fensterbänke und -Scheiben, die gleichfalls auf der Liste der Investitionen stehen, bereits enthalten. Stichwort Kanalkataster: "Wir haben in Ahnsen zwar eines für das Schmutz-, nicht aber für das Oberflächenwasser", erinnert der Bürgermeister. Ersteres hatte Anfang des Jahres 2000 die Firma Kirchner erstellt und seitdem ständig fortgeschrieben. "Mir ist ein Kataster für Oberflächenwasser wichtig, weil - wenn wir ,Alten' mal nicht mehr da sind - kein Mensch mehr weiß, wo die entsprechenden Kanäle liegen", betont Grabbe. Den Auftrag soll erneut Kirchner erhalten. Die Gemeinde rechnet mit Kosten von etwa 15 000 Euro. Last, but not least will der Bürgermeister den B-Plan "Peters Feld" fortschreiben, die Behörden dazu hören und für die acht bis zehn Bauplätze einen Bauträger suchen. Grund für letzteres: "Wir selbst können die Kosten für die Erschließung nicht vorstrecken", bedauert Grabbe. Peters Feld sei das "vorletzte Areal" in Ahnsen, auf dem eine Bebauung überhaupt noch möglich ist. Immerhin: "Dank unserer Neubaugebiete füllt ,Ahnsen' zu 75 Prozent den Kindergarten der Samtgemeinde", erinnert Grabbe. Darüber hinaus gibt's im Jahre 2008 nur noch Prüfaufträge. So will die Gemeinde in Erfahrung bringen, ob das Mehrzweckhaus sowie das Sport- und Tennisheim eine Wärmedämmung respektive eine neue Heizung benötigen. Geld für diese Sachinvestitionen wird im Haushalt allerdings noch nicht eingeplantgeschweige denn ausgegeben. Von all diesen Dingen abgesehen bleibt das Hauptanliegen Ahnsens - natürlich - der Ausbau der L 451, genauer: die Anlage eines Rad- und Fußweges und das Sanieren der Straßendecke. Per 31. Dezember 2006 hatte die Gemeinde in diesem Zusammenhang 120 000 Euro in der Rücklage angespart. "Das Geld", erinnert der Bürgermeister, "war und ist für den Fall gedacht, dass sich in Sachen L 451 was tut". Der neue Haushalt soll auf der nächsten Zusammenkunft der Fraktionen im Februar beschlossen werden.

Heinz Grabbe zeigt's: "Die offenen Mauerfugen an der Südwestseit
  • Heinz Grabbe zeigt's: "Die offenen Mauerfugen an der Südwestseite des Mehrzweckhauses müssen saniert werden." Fotos: tw
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