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Bundeswehrarzt engagiert sich in Stadthagen für todkranken Abdul

Afghanischem Jungen (12) droht Nierenversagen - Chefarzt hilft

Stadthagen (sk). In Afghanistan leisten deutschen Soldaten Wiederaufbau und humanitäre Hilfe. Das ist ein Glück für den zwölfjährigen Abdul Rahman. Bundeswehrärzte konnten dem Jungen nach einem Autounfall, der unabhängig vom Kriegsgeschehen passiert war, helfen. Allerdings: Eine lebensrettende Harnblasenoperation kann im Feldlazarett in Kunduz nicht durchgeführt werden. Und es fehlt das Geld für die Operation.

veröffentlicht am 16.01.2007 um 00:00 Uhr

Oberstabsarzt Michael Kasior (35), bis Anfang Januar im Einsatz in Kunduz, sowie dessen Kameraden hoffen auf Hilfe in und aus Schaumburg. Der gebürtige Stadthäger Kasior schilderte den Fall des zwölfjährigen Abdul seinem Vater, dem Kaufmann Michael Kasior sen. Abduls Becken, erfuhr Kasior sen., wurde durch den Unfall derart in Mitleidenschaft gezogen, dass nun eine Harnabflussstörung besteht. Diese, so Kasior jun., sei im Feldlazarett in Kunduz durch das Legen eines Katheders durch die Bauchdecke behoben worden. Was in Deutschland eine Dauerlösung sein kann, ist es nicht in Afghanistan. Dort sei die notwendige Pflege und Betreuung der empfindlichen Katheteranlage schlicht nicht gegeben. Infektionen seien absehbar sowie eine Verstopfungen des Abflusses. Was dies im Endeffekt bedeutet, sagte Michael Kasior jun. deutlich: "Der Junge wirdan Nierenversagen sterben." Um dies zu verhindern, nahm Michael Kasior sen. Kontakt zu Professor Christian Hegelmaier auf. Der Chefarzt des Stadthäger Krankenhauses, der zum wiederholten Mal als Mitglied des "Hammer Forums" in Kabul medizinische Hilfe geleistet und auch im hiesigen Klinikum Kinder aus Afghanistan versorgt hat, erklärte sich bereit, den Jungen im Stadthäger Krankenhaus aufzunehmen und zu operieren. Ein Urologe aus Hamburg werde ihn in diesem besonderen Fall unterstützen, so Hegelmaier. Fachlich ist die Sache also auf gutem Weg. Auch organisatorische und einige finanzielle Hürden sind genommen. Das "Hammer Forum" übernimmt die Vormundschaft für den Jungen und kümmert sich um alle behördlichen Regularien der Einreise und des Aufenthalts. Die Bundeswehr sorgt für den Hin- und Rücktransport des Jungen, der voraussichtlich am 25. Januar in Stadthagen eintreffen wird. Für Abduls Behandlung, so Kasior, sammeln Bundeswehrsoldaten in Kunduz in den eigenen Reihen. Dennoch wird weiteres Geld benötigt. Die Krankenhauskosten müssen gedeckt werden. Genau ist die Summe noch nicht abzuschätzen, dürfte aber im unteren fünfstelligen Bereich liegen, so Kasior jun. Um das Geld bereitstellen zu können, hoffen Sohn und Vater Kasior sowie alle im Fall Abdul Engagierten auf die Spendenbereitschaft der Schaumburger und aller, die helfen möchten. An dieser Stelle hat sich der Förderverein des Kreiskrankenhauses eingeschaltet. Der Verein stellt zwei Spendenkonten zur Verfügung und ermöglicht die steuerliche Absetzbarkeit der Spenden.

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