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Am Wochenende treten rund 110 Fahrer in Lyhren gegeneinander an

Adrenalinkick auf dem Stoppelfeld

Lyhren/Lindhorst (tes). Dreck, Schweiß, röhrende Motoren, ein abgeerntetes Getreidefeld und Fahrer mit Benzin im Blut: Der Motorsportclub Lindhorst (MSC) macht am Wochenende den Acker in Lyhren zwischen Apelern und Soldorf zum "Schaumburger Hockenheimring". Mindestens 100 Fahrer werden beim "Crashkurs in der Pampa" mächtig viel Staub aufwirbeln.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 12:33 Uhr

Für Carsten Thom und dessen Klasse-3-Renn-Veteranen (ehemals Aud

Die Rennwagen Marke Eigenbau sind der wahrgewordene Alptraum jedes TÜV-Gutachters. Die Automarke ist unerheblich: Hauptsache schrottreif. Doch der äußere Eindruck täuscht: Die Boliden haben Feuer unterm Blech - einige mehr als 151 PS. "Die Fahrer müssen mindestens 16 Jahre alt sein und einen Helm tragen", sagt Organisationsleiter Carsten Thom, der schon zum sechsten Mal an den Start geht. Thoms Audi "Quattro" sieht aus wie ein Stoppelfeldrennen-Veteran aussehen muss: völlig verbeult. Die Motorhaube wird nur noch von zwei Flügelschrauben gehalten. "Der Überrollkäfig und Bügel sind Pflicht, seitdem wir die Organisation übernommen haben", erklärt Thom. Die Fensterscheiben sind im Fahrerbereich durch ein Gitter ersetzt, um den Fahrer beim Ritt über Bodenwellen vor Steinschlag zu schützen. "Das wird spannend", freut sich Co-Organisator Ingo Girndt auf "Staubwolken und Überschläge" und erinnert allzu Übermütige daran: "Die rote Fahne heißt Rennabbruch." Gefahren wird in vier Klassen - bis 65 PS, bis 90 PS, bis 151 PS und über 151 PS. Auch Frauen wollen mal richtig Staub aufwirbeln. Elke Thom tritt mit ihrem "Passat" in der gleichen Klasse an wie ihr Ehemann und besiegte diesen im vergangenen Jahr mit dem vierten Platz. "Gemeinsam haben wir schon acht Pokale geholt", erklärt die Friseurmeisterin den Reiz beim Fahren, "ich war schon beim Erzählen Feuer und Flamme für das Rennen. Heute ist mein Wagen gut aufgepolstert - mit zwölf Dosen Montageschaum." Der Organisationsaufwand ist groß. Die Vorbereitungen laufen seit sechs Wochen auf Hochtouren. Seit zwölf Jahren stellen die rund 35 Mitglieder des Vereins das Rennen auf die Beine. Zum ersten Mal in Lyhren. Nach der Schlammschlacht im letzten Jahr in Kreuzriehe musste sich das Team auf die schwere Suche nach einem neuen Platz machen. Und wurde hinter Apelern fündig. Zwölf Streckenposten plus Ordner und Schrauber sind hier am Wochenende im Einsatz. "Wir bleiben bis Montagmorgen auf dem Feld", so der Rennleiter. Rund 80 Fahrer sind bereits gemeldet, Thom rechnet insgesamt mit 110 Teilnehmern aus Schaumburg, Nienburg und der Region Hannover. Das Startgeld zur Deckung beträgt 45 Euro, bei Meldung am Starttag 60 Euro. Zuschauer zahlen 2,50 Euro Eintritt. Viel zu sehen gibt es beim Schrauber-Durchlauf und am Sonntag beim Frauen-Durchlauf für 15 Euro. "Hier stellen wir auch Autos. Die Zuschauerfrauen geben immer Volldampf. Deshalb bekommen diese nur Wagen der Klasse 1 und 2", schmunzelt die Friseurmeisterin. Auch der Nachwuchs kommt auf seine Kosten: Beim kostenlosen Kinder-Durchlauf können die Kleinsten als Beifahrer Rennluft schnuppern.



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