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Projekt der Sparkassenstiftung experimentiert mit Klängen und Instrumenten / Leises Lauschen - mit Vehemenz

Adolfinum: Musik mit Halmen und Milchaufschäumer

Bückeburg (bus). Das Gymnasium Adolfinum ist eine von landesweit 25 Schulen, die für die aktuelle Auflage des Projekts "Zeitgenössische Musik in der Schule" Berücksichtigung gefunden haben. Bei dem von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Kooperation mit dem Kultusministerium organisierten Vorhaben geht es vor allem um das Experimentieren mit Klängen und Instrumenten. "Über Improvisation und rhythmische Verzahnung sowie das Ausprobieren von Geräuschen und Takten werden die Schüler an kompositorische Belange und die Entwicklung kreativer Ideen herangeführt", so Projektbetreuerin Agnes Bergmann-Thiel.

veröffentlicht am 30.09.2008 um 00:00 Uhr

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Das vom Verband Deutscher Schulmusiker und dem "Zentrum Musik 21" unterstützte Angebot umfasst im Schuljahr 2008/09 insgesamt 13 Unterabteilungen. Deren Spanne reicht vom "Klingenden Alltagstheater" über "Wort, Musik und Bewegung" sowie "Original und Cover" bis zum "Abenteuer Musik". Elf Interpreten, Komponisten und Ensembles sind unterwegs, um Schülern von der fünften bis zur 13. Klasse die Feinheiten der zeitgenössischen Klangwelt zu vermitteln. In Bückeburg übernahm die Band "Schultzing" unter dem Motto "Ausprobieren, Spielen, Komponieren" die Vermittlerrolle. Das Quintett gilt in Fachkreisen als vielversprechender Newcomer, ist Preisträger des niedersächsischen "JazzN-Wettbewerbs 2006" und des im spanischen Granada entschiedenen "Concurso International de Intérpretes de Jazz 2006". "Jeder Klang kann, wenn er in einen musikalischen Kontext gestellt wird, Musik sein", sagen Hanna Jursch (Gesang), Peter Ehwald (Saxofon), Peter Schwebs (Bass), Timo Warnecke (Schlagzeug) und Stefan Schultze (Klavier/Komposition). Die aktuelle CD trägt den Titel "leises lauschen". Das gleichnamige Titelstück, in dem das "leise Lauschen" mit ziemlicher Heftigkeit daherkommt, raubte den 24 jungen Adolfinern zunächst ein wenig die Sprache. Es dauerte eine geraume Weile bis sich ein Dialog zwischen Schülern und Musikern entwickelte. Die experimentierfreudige Combo - "wir sind ständig auf der Suche nach ungewöhnlichen Klängen" - bewies indes nicht nur musikalisches, sondern auch pädagogisches Geschick und fand über die Vorstellung außergewöhnlicher Spieltechniken Zugang zu den Projektteilnehmern. Als Pianist Schultze dem Schulflügel mit Trinkhalmen und Milchaufschäumer an die Saiten ging, war der Bann gebrochen.

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