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Eigenverantwortung jetzt groß geschrieben / Inspektion überprüft die Erfolge

Adolfinum: Erheblicher Reformbedarf, aber Schule ist auf dem richtigen Weg

Bückeburg (rc). Die Schulkommission hat dem Gymnasium Adolfinum einen erheblichen Reformbedarf attestiert, gleichzeitig aber auch festgestellt, dass sich die Schule "auf dem richtigen Weg" befindet. Diesen Weg gelte es nun breiter auszubauen und zu erweitern, sagten Rektor Hans-Ulrich Gosemann und Studiendirektor Günter Böttger in einem Pressegespräch.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

Rektor Hans-Ulrich Gosemann vor dem Orientierungsrahmen, den das

Eigenverantwortliche Schule ist das Stichwort, dem sich auch das Adolfinum seit Beginn des Schuljahres stellen muss. Statt des Schulaufsichtsamtes hat sich die Schule selbst - Schüler und Lehrer - zu entwickeln, um möglichst gut zu sein. Das Kultusministerium in Hannover gibt lediglich Vorgaben, die von der Schule bestmöglich ausgefüllt werden müssen. "Ich als Leiter der Schule bin direkt verantwortlich für die Qualität", machte Gosemann die neue Position des Rektors klar. Die Qualität wird zum einen gemessen durch eine Schulinspektion, der sich alle 3500 niedersächsischen Schulen bis Ende 2010 gestellt haben müssen. Zum anderen muss sich Gosemann aber auch intern stellen: dem neuen Schulvorstand, der die altvertraute Gesamtkonferenz abgelöst hat. Ihm gehört der Schulleiter kraft Amtes an, dazu kommen sieben Lehrer, vier Eltern- und vier Schülervertreter. Gosemann: "Ich bin diesem Vorstand rechenschaftspflichtig, sei es beim Schulbudget oder dem Ausformulieren und Erreichen der Entwicklungsziele". Diese Entwicklungsziele hat das Ministerium in einem "Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen" vorgegeben, der sechs Qualitätsbereiche mit zahlreichen Untergliederungen umfasst: Ergebnisse und Erfolge, Lernen und Lehren, Schulkultur, Schulmanagement, Lehrerprofessionalität sowie Ziele und Strategien der Schulentwicklung. Etwa die Hälfte der Untergliederungen hat das Adolfinum in Angriff genommen, für die anderen Punkte laufen die Vorbereitungen. Der erste Qualifikationsbereich, Ergebnisse und Erfolge, kann derzeit noch nicht erfasst werden, da zentrale Abschluss- und Vergleichsarbeiten erst mit Beginn des kommenden Schuljahres geschrieben werden. Dann wird sich zeigen, ob das Adolfinum mit "herausragenden Schülerleistungen" glänzen kann. In den anderen fünf Bereichen sind Arbeitsgruppen eingesetzt worden, die die Schulentwicklung vorantreiben sollen. So gibt es einen Sucht- und Gewaltpräventionsausschuss, der das Projekt Schülerscout mit initiiert hat ( wir berichteten). Schüler sind so ausgebildet worden, dass sie Konflikte entschärfen können. Wo dies nicht reicht, können Schüler - durch den Scout - vor den Klassenlehrer geladen werden, Gespräche, die bis hoch zur Klassenkonferenz reichen können. Verantwortung soll bereits auf der untersten Ebene übernommen werden. Gosemann: "Wir wollen verlässliche Strukturen für Schüler, aber auch für das Kollegium schaffen, die Kultur des Hinschauens fördern." In den fünften Jahrgängen soll Deeskalationstraining verankert, in der nächsten Gesamtkonferenz ein Gewalt-Präventionskonzept verabschiedet werden. Systematische Unterrichtsentwicklung ist ein weiterer Punkt, der umgesetzt werden muss. Dabei geht es auch um so kleine Dinge, dass Unterricht im Freien stattfinden kann und Frontalunterricht eigenverantwortlichem Lernen weicht, das immer mehr gefordert ist. Verantwortung zuübernehmen und zu tragen, Regeln vereinbaren und überprüfen, ob sie eingehalten worden sind, oder was bei Regelverstößen geschieht, sind Punkte, die definiert werden müssen, damit eigenverantwortliches Lernen funktioniert. Auch die Lehrer müssen weiter lernen, machten Gosemann und Böttger klar und wiesen darauf hin, dass der Qualitätsbereich 5, die Lehrerprofessionalität, "noch absolut unbesetzt ist". "Wir müssen uns selber als lernende Institution begreifen, als Lehrer nicht nur miteinander sondern voneinander lernen." Gegenseitige Unterrichtsbesuche, Vorstellung und Umsetzung neuer Entwicklungsprozesse sind die "Visionen". Ein Punkt, der schon erreicht ist: Im Schulleben zeichnet sich das Adolfinum bereits seit Jahren positiv aus. Es gibt bereits eine "enorme Vielfalt von Projekten und Veranstaltungen". Wie Gosemann und Böttger sagten, seien sie sich bewusst, dass die Schule ganz am Anfang stehe. Andere Schulen seien weiter, da sie früher mit dem Umsetzen der Eigenverantwortlichkeit begonnen haben. Es gehe darum, Prozesse in Gang zu bringen, dabei auftretende Probleme und Fortschritte transparent zu machen.



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