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Verbraucherschützer warnen / Drogeriekette stattet ihre Kunden mit Lupen aus

Abzocke beim Einkaufen – Mogelpackungen im Regal

Hamburg (dpa). In den Supermarktregalen sind immer öfter „Mogelpackungen“ zu finden. Die Masche „geringere Füllmenge bei gleichem Preis“ werde mittlerweile bei vielen Produkten angewendet, moniert die Verbraucherzentrale Hamburg. Dies sei bei Süßigkeiten, Säuglingsnahrung und Frühstücksbedarf, aber auch bei Artikeln außerhalb des Lebensmittelsortiments festgestellt worden. Bei viel gekauften Lebensmitteln würden die Verbraucher künftig „mit versteckten Preiserhöhungen hinters Licht geführt“, befürchtet Armin Valet von der Verbraucherzentrale. Grund dafür sei die EU-Richtlinie, nach der die festen Mengenvorgaben für Lebensmittel entfallen.

veröffentlicht am 14.09.2009 um 10:39 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Zuvor durfte beispielsweise Milch nur in Packungen mit 0,5 Liter, 0,75 Liter oder 1,0 Liter Inhalt verkauft werden. Die klaren Einheiten sind etwa auch für Wasser, Limonade, Fruchtsäfte, Zucker oder Schokolade weggefallen. Oft ist den gewohnten Verpackungen die reduzierte Menge nicht anzusehen – nur der genaue Blick aufs Etikett bringt dann Klarheit. Verbindliche Füllmengen gelten nur noch für Wein, Sekt und Spirituosen. So wurde beispielsweise bei einer bekannten Windel-Marke die Füllmenge reduziert; dies entspreche einer Preiserhöhung um zehn Prozent. Bei einem beliebten Geschirrspülmittel wurde das Gewicht verringert – macht 20 Prozent Preiserhöhung.

Die Drogerie-Kette „dm“ will ihren Kunden nun als erster Einzelhändler bundesweit zu mehr Durchblick verhelfen: Lupen am Einkaufswagen sollen insbesondere Älteren das Lesen der Verpackungsaufdrucke erleichtern. In Zeiten, in denen der Verbraucher Sorgen habe, Analogkäse, minderwertigen Schinken und unechte Garnelen einzukaufen oder sich vor versteckten Preiserhöhungen fürchte, sei Transparenz wichtig, heißt es.

Die neue Vielfalt freut die Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Wie Richard Clemens vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau berichtet, kommen immer neue Größen und Verpackungen auf den Markt – das helfe der Branche, die Wirtschaftskrise zu überwinden. Jede dritte Maschine, die weltweit exportiert wird, stamme aus deutscher Produktion.



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