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Ansturm fast nur auf Kleinwagen / Ab heute Antrag möglich

Abwrackprämie lockt die Hamelner in die Autohäuser

Hameln (CK). Ein neuer Stadtflitzer gefällig? Der Staat hilft. Jedenfalls dann, wenn der Kunde sein mindestens neun Jahre altes Auto zuvor verschrottet. Und die Folgen dieser sogenannten Abwrackprämie – sie beträgt immerhin 2500 Euro und läuft bis zum Ende dieses Jahres – bekommen auch die heimischen Autohäuser zu spüren.

veröffentlicht am 26.01.2009 um 18:54 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

„Wir haben seit dem 14. Januar keine ruhige Minute mehr“, sagt etwa Simone Holz. Es würden viele Neuwagen nachgefragt, auch wenn die Bestimmungen noch etwas unkonkret seien, so die Geschäftsführerin des Autohauses Schütte. „Aber das geht über den Preis“, hat sie beobachtet. Soll heißen: Wer jetzt ein neues Auto kaufen und dafür staatliche Hilfe in Anspruch nehmen möchte, der interessiert sich ganz überwiegend für einen Kleinwagen. Und muss darauf bei Schütte im Schnitt acht bis zwölf Wochen warten.

Etwa seit vergangenem Donnerstag verzeichnet auch das Autohaus in der Südstadt ein reges Interesse an neuen Kleinwagen. „Aber die Kunden gucken auch auf Umweltaspekte“, sagt Horst Fischer, Verkäufer für Neu- und Gebrauchtwagen. Keine Angst, was den bürokratischen Aufwand angeht, den man bewältigen muss, um in den Genuss der Prämie zu kommen: „Wir machen das für unsere Kunden“, versichert Fischer.

Ähnlich sieht es beim Autohaus Toyota aus. „Wir haben zwar ein breit gefächertes Angebot, aber die meisten Kunden möchten für einen Neuwagen zwischen acht- und zehntausend Euro investieren, plus Abwrackprämie“, sagt Inhaber Ralf Fischer. Den Anspruch auf Prämie habe der Käufer dabei zwar gegen das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), aber auch bei Fischer wird dem Kunden flexibel geholfen. „Er kann sein Altauto gleich bei uns hinterlassen, sogar dann, wenn er kein neues bei uns kauft, denn wir sind eine zertifizierte Altauto-Annahmestelle“, so Fischer.

Simone Begemann vom Autohaus Fischer zeichnet einen Pkw aus.

Auf diesen Ansturm

nicht vorbereitet

„Die Leute kommen wie verrückt“, freut sich Rainer Müller vom gleichnamigen Skoda-Autohaus. Jeden Tag führt er sechs bis sieben Verkaufsgespräche, praktisch immer geht es um Kleinwagen. „Auf diesen Ansturm waren wir nicht vorbereitet und die Industrie auch nicht“, sagt er. So kann es bei Sondermodellen schon mal ein Vierteljahr dauern, bis der Pkw ausgeliefert wird, bei Autos aus dem Bestand geht das innerhalb von vier bis sechs Wochen. Um die Bürokratie im Zusammenhang mit der Prämie kümmert man sich auch bei Müller. Voraussetzung: „Solange der Topf mit 1,5 Milliarden Euro nicht leer ist.“

Bedingt durch ein großes Kleinwagenangebot in drei Marken, freut man sich auch im Autohaus Niederndorf über einen regelrechten Ansturm. „Wir verzeichnen ein großes Interesse an Kleinwagen und haben jetzt schon zig verkauft“, sagt Geschäftsführerin Sina Niederndorf. Auch hier werden übrigens Alt-Pkw zurückgenommen und der Verschrottung übergeben. Und die Prämie wird vorgestreckt. Timor Karadeniz ist hingegen mit der Staatsprämie gar nicht zufrieden, hat auch noch keine verstärkte Nachfrage verzeichnet. „Das ist doch alles eine Mogelpackung“, so der Geschäftsführer des Autohauses Bode. Er rechnet vor: „Bei einem Autopreis von 14 200 Euro netto hat sich der Staat schon mal rund 300 Euro Mehrwertsteuer für ein neu produziertes Auto in die Tasche gesteckt.“

Ab heute hat das Bundesamt eine kostenlose, allerdings schon in den letzen Tagen oft hoffnungslos überlastete Telefon-Hotline 06196/908470 geschaltet, unter der es weitere Auskünfte gibt. Ebenfalls ab heute können auch Anträge auf die Abwrackprämie gestellt werden, die man online unter www.bafa.de herunterladen kann.



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