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"Die Westfelds": Dieter Scherb veröffentlicht die Geschichte einer Familie

Abwechselung und Herausforderung: Mit 86 Jahren ersten Roman verfasst

Bückeburg (sig). Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass jemand im fortgeschrittenen Alter von 86 Jahren sein erstes Buch herausgibt. In diesem Fall sind es keine Memoiren, wie man vielleicht vermuten könnte, und es ist auch kein Sachbuch. Der Autor hat sich gleich an einen Roman gewagt - und das hat sich gelohnt. Geschrieben hat ihn der in Bückeburg lebende Rentner Dieter Scherb.

veröffentlicht am 31.07.2008 um 00:00 Uhr

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Der gebürtige Braunschweiger arbeitete früher in einem kaufmännischen Beruf. Dass er gut formulieren kann, hat er schon in der Vergangenheit bewiesen. Unter anderem mit seinem Beitrag in einem Buch, das sich mit den Schicksalen adoptierter Kinder befasst. Dieter Scherb konnte aus eigener Erfahrung berichten, denn er hatte zusammen mit seiner Ehefrau einen vierjährigen Jungen aus einem Heim geholt und zum Familienmitglied gemacht. Eine gemeinsame Tochter hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits. Herausgeber dieses Buches mit dem Titel "Ja - zum angenommenen Kind" war ein Studienleiter der evangelischen Akademie Loccum, den Scherb in seiner Funktion als Umweltbeauftragter der Obernkirchener Glasfabrik Heye kennengelernt hatte. Doch jetzt hat sich der Rentner aus Bückeburg allein an die Aufgabe herangewagt, ein Buch zu schreiben. Seine Ehefrau war gestorben, die Kinder hatten längst das Haus verlassen. Da erschien ihm das Texten eine willkommene Abwechslung - und eine Herausforderung - zu sein. Entstanden ist ein Roman mit dem Titel "Die Westfelds" und dem Untertitel "Lebenskampf einer deutschen Familie". Der Stoff sei, so der Autor gegenüber unserer Zeitung, frei erfunden. In ihm spiegelt sich jedoch einiges von dem wider, was auch Scherbs Familie erlebt und durchgemacht hat. Der Zweite Weltkrieg mit Verlust der Heimat im Osten und der Flucht vor den Russen spielt im Erstlingswerk des Bückeburgers ebenso eine Rolle wie der Neubeginn im Westen mit all seinen Härten, aber auch mit Fortschritten und Erfolgen. Dieter Scherbs verstorbene Ehefrau stammt aus Schlesien. Ihre Familie besaß ein Gut im Regierungsbezirk Liegnitz. Sie hatte als Krankenschwester im Krieg sowohl in Frankreich als auch in Russland ihren schweren Dienst verrichtet. Mit ihrer Mutter führte sie im Frühjahr 1945 einen Treck aus dem Heimatdorf gen Westen. Natürlich hat sie ihrem späteren Ehemann vieles von den schier übermenschlichen Anstrengungen während der Flucht erzählt. Und einiges davon findet sich in dem Roman wieder: Familienmitglieder werden auseinandergerissen, es gibt Todesfälle. Und doch ist das Glück zumindest den Kindern der Familie Westfeld hold, sie finden wieder Boden unter den Füßen, verlieben und verheiraten sich, und nach Jahren führt ein Zufall das Geschwisterpaar wieder zusammen. Eine glückliche Zeit, die bei Klaus Westfeld, dem Sohn, auch von beruflichem Erfolg gekrönt ist. Ganz plötzlich jedoch bricht die Welt ein zweites Mal zusammen ... Am Ende kommt sogar noch ein zumindest nicht alltäglicher Kriminalfall dazu. "Der geht aber nicht all zu blutig und tragisch aus", verrät Dieter Scherb schon einmal im Gespräch. Und er deutet damit auf eine spezielle persönliche Vorliebe hin: Die Kriminalliteratur. Möglicherweise folgt also noch ein eigener Krimi. Dieter Scherbs spannend zu lesender Roman "Die Westfelds" ist zum Preis von zwölf Euro im Buchhandel zu erhalten. Verlag Haag + Herchen in Frankfurt am Main. ISBN: 978-3-89846-506-9



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