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Landtagspräsident Jürgen Gansäuer zu Gast bei der Kreuzgemeinde

"Abschotten wird nicht gelingen"

Stadthagen (sk). Christen bekennen sich zu wenig zu ihrem Glauben. Das hat Jürgen Gansäuer vor 40 Zuhörern im Versammlungsraum der Kreuzgemeinde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße kritisiert. Der Landtagspräsident sprach auf Einladung eines Gesprächskreises der Gemeinde, die zur Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zählt, über das Leben christlicher Werte und den Islam in unserer Gesellschaft.

veröffentlicht am 12.12.2007 um 00:00 Uhr

Jürgen Gansäuer spricht nach seiner Rede mit Zuhörern. Foto: sk

"Wir werden uns in den nächsten Jahrzehnten nicht dagegen wehren können, dass die Menschen weiter zusammenrücken", kennzeichnete Gansäuer die Folgen der Globalisierung im kulturellen und religiösen Mit- oder Nebeneinader in Deutschland. Ein "Abschotten" gegen das Fremde werde "nicht gelingen", so der Landtagstagspräsident. Wer unter diesen Umständen mit seiner eigenen Religion bestehen wolle, "muss sich definieren können", stellte Gansäuer heraus. Er kritisierte, dass "wir als Christen zu wenig tapfer unseren Glauben formulieren und uns dazu bekennen." So solle man sich nicht wundern, "wenn der Islam in deräußeren Optik stärker in Erscheinung tritt". Vor diesem Hintergrund plädierte Gansäuer im Bereich Bildung und Erziehung dafür, evangelischen und katholischen Religionsunterricht stattfinden und nicht etwa aufgrund von Lehrermangel ausfallen zu lassen. Dann könne auch islamischer Religionsunterricht stattfinden. Der Referent rief dazu auf, als "bewusste Christen" den Dialog mit Muslimen zu führen. Die Akzeptanz islamischer Glaubensangehöriger in Deutschland machte Gansäuer an der Achtung der Verfassung fest. Einige islamische Gläubige stellten die Scharia, das islamische Rechtssystem auf Grundlage des islamischen Glaubens, über das Deutsche Grundgesetz. Diese Muslime seien "auf keinen Fall zu akzeptieren" und sollten sich "ein anderes Land aussuchen, in dem sie leben können."



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