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Kommissar informiert Jugendliche

Abgründe gezeigt: "Drogen sind nicht die Lösung"

Rehren (kdt). Selbst die Jugendleiterin des Turn- und Sportvereins, Imke McGinty, zeigte sichüberrascht, dass Kinder und Jugendliche in ländlichen Gebieten genauso Drogen konsumieren oder zumindest gefährdet sind, Drogen einzunehmen, wie Großstadtkinder. Lediglich das Beschaffen von Drogen ist auf dem Lande etwas schwieriger. "Aber auch da wissen die Jugendlichen inzwischen, wie man relativ schnell an die Suchtmittel herankommt", so Jürgen Henze vom SC Deckbergen-Schaumburg, der sich in seiner Freizeit der Drogenprävention verschrieben hat.

veröffentlicht am 20.11.2007 um 00:00 Uhr

Jugendliche des TuS Rehren lassen sich von Polizeikommissar Jürg

Als Polizeikommissar kennt Henze die Abgründe der Drogenszene. Seine Erfahrung wollte er in einer Gesprächsrunde mit Jugendlichen des TuS weitergeben, denen er im Clubraum des Sporthauses aufzeigte, wie eine "Drogenkarriere" aussehen kann. "Immer mehr Eltern tolerieren, dass ihre minderjährigen Kinder auch schon mal ein Glas Bier oder andere alkoholische Getränke zu sich nehmen", so der Drogenexperte, der schon oft Jugendliche morgens um 2 Uhr nach Hause gebracht hat, die sturzbetrunken waren. Er weiß auch, dass viele Eltern in ihrer Jugendzeit schon mal einen Joint geraucht haben. Nur gab es damals noch nicht die Bandbreite an Drogen, die heute die Runde machen. Cannabis, synthetische Drogen, Kokain und Opiate sind auf dem Markt und werden konsumiert. "Wer sich davon einfangen lässt und die Wirkung auch noch toll findet, steht am Abgrund", macht Henze den 20 Jugendlichen klar. Anhand von Beispielen aus seiner achtjährigen Erfahrung in der Szene verdeutlichte er eindrucksvoll, wohin der Weg führen kann, wenn erstmal der Einstieg in den Drogenmissbrauch erfolgt ist. Er erläuterte die Infektionsgefahren und den körperlichen Verfall, sprach offen über die Herstellung von Drogen und die Möglichkeiten der Beschaffung. Wem nachgewiesen wird, Drogen eingenommen zu haben, ist im Raster polizeidienstlicher Ermittlungen. "Das steht dann auch in einem Führungszeugnis und erschwert die Suche nach einem Ausbildungsplatz", so Henze weiter, der Wirkung erzielte, als er den Jugendlichen klarmachte: Wer als 17-jähriger mit Drogen in Verbindung gebracht wird, hat keine Chance, den Führerschein vor seinem 21. Lebensjahr zu machen. Die Polizeikontrollen wurden in den letzten Jahren verschärft, auch sind die Testmöglichkeiten inzwischen verfeinert worden. In einem Schnelltest kann innerhalb von drei Minuten ein Drogenmissbrauch festgestellt werden. Dennoch hat sich der Konsum von Drogen erhöht, die Altersgrenze ist in den letzten 15 Jahren im Schnitt von 18 Jahren auf 14 Jahre gefallen. "Ich kenne 12-Jährige, die sich in der Drogenszene aufhalten." Über 62 Prozent der heute 16-Jährigen haben schon Kontakt mit Drogen gehabt. Das alles und noch viel mehr sind Gründe für den 37-jährigen Familienvater, der noch vor ein paar Jahren am Bahnhof in Hannover als verdeckter Ermittler im Drogenmilieu gearbeitet hat, sich heute mit der Drogenproblematik auseinander zu setzten und mit Jugendlichen darüber zu diskutieren. "Sucht euch euren "Kick" im Sport, der bietet eine viel bessere Plattform, um auch einmal Aggressionen und Frust abzubauen".



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