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Herbstmarkt-Beschicker: "Leute haben kaum noch Geld" / Heute Familientag mit kleinen Preisen

Abgabenlast bremst die Fliehkraft-Freuden

Bückeburg (jp). Bewegt sich ein Körper auf einer Kreisbahn, so erfährt er auf Grund seiner Massenträgheit eine nach außen gerichtete Kraft, die proportional zum Quadrat der Drehgeschwindigkeit ansteigt. Diesen aus der Newton'schen Mechanik bekannten physikalischen Sachverhalt können die Besucher des Bückeburger Herbstmarktesnoch am heutigen Montag gleich in zahlreichen Spielarten und Varianten über sich ergehen lassen. Vom klassischen Kinderkarussell bis zum aufwendigen, hochmodernen Fahrgeschäft haben sie bis in die Abendstunden die Gelegenheit, sich dem Spaß einer mehr oder weniger heftigen Fliehkraft auszusetzen.

veröffentlicht am 30.10.2006 um 00:00 Uhr

"Gut festhalten": Bestrahlt von knallbunten Lichteffekten, genie

Auf rasante Kreisfahrt kann man direkt vor der Stadtkirche im Fahrgeschäft "Round up" gehen, dessen kreisförmige Plattform sich während der Fahrt in die senkrechte erhebt und somit einen skurrilen Kontrast zur Silhouette der Stadtkirche darstellt. Dabei sorgt eben jene Fliehkraft dafür, die Passagiere des Fahrgeschäftes sicher auf ihrem Platz zu halten. Ganz klassisch kann man im "Disco Express" auf dem Sablé-Platz im Kreis rasen. Für die jüngsten Herbstmarktfans wartet schräg gegenüber der "Super Mini Jet". Von Anfang an senkrecht im Kreis geht es im "Tropical Trip" neben dem Hubschraubermuseum. Und auf ganz besonders nerven- und magenkonditionierte Herbstmarktfans wartet vor der Volksbank das Fahrgeschäft "Nightstyle", welches seine Passagiere in luftiger Höhe nicht nur um die eigene Achse dreht, sondern wie die Verrenkungen eines riesigen, metallenen Yoga-Künstlers in alle möglichen und unmöglichen Richtungen schleudert. Schade bei all dem nur: Trotz bester Wetterverhältnisse hat der Bückeburger Herbstmarkt aus Sicht der Schausteller am Freitag einen eher verhaltenen Auftakt genommen. Bei sonnigstem Oktoberwetter war Bückeburgs gute Stube am Auftaktnachmittag zwar dicht bevölkert, doch das Geld saß kaum einem Bürger mehr so locker in der Tasche wie früher. "Wir spüren die Auswirkungen der hohen Arbeitslosigkeit und der enormen Steuerlasten schon seit Jahren sehr deutlich", meinte ein Karussellbetreiber im Gespräch mit dieser Zeitung. "Die Leute kommen zwar immer noch gerne zum Jahrmarkt, haben aber kaum noch Geld, um es dort auszugeben." Auch der Andrang am Sonnabend fiel bei kühler, aber trockener Witterung eher verhalten aus: "Angesichts so guter Wetterverhältnisse ist es viel zu ruhig", meinte ein Anbieter überbackener Gemüseköstlichkeiten mit Leidensmiene. Am gestrigen Sonntag lockten dann trotz des zeitweise einsetzenden Regens vor allem die verkaufsoffenen Geschäfte die Massen in die Innenstadt. Nicht zu vergessen: Heute verabschiedet sich der Herbstmarkt mit dem Familientag und reduzierten Eintrittspreisen für dieses Jahr von der Residenzstadt.

Ein Snack auf die Hand: Die drei Mädels lassen's sich beim Bumme
  • Ein Snack auf die Hand: Die drei Mädels lassen's sich beim Bummel über den Herbstmarkt schmecken.

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