weather-image
Wegen Erneuerung der Fußgängerzone hat die Gastronomie zu kämpfen / Auch der Winter verhagelte das Geschäft

„Abends muss noch mehr Leben in die Innenstadt!“

Hameln (CK). Eine Baustellenparty reicht nicht aus, um die mit der Sanierung der Fußgängerzone verbundenen Beeinträchtigungen aufzufangen. Das gilt zwar nicht nur, aber ganz besonders für die in der Altstadt, besonders in der Osterstraße und am Pferdemarkt, ansässige Gastronomie. Gabriele Güse, gerade wiedergewählte Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), weiß natürlich, dass sich vor allem Stadtmarketing und Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) „immer wieder Gedanken machen“, um die auf drei Jahre angelegte Bauzeit für alle möglichst erträglich zu machen.

veröffentlicht am 26.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Baulärm im Straßencafé – für die Gastronomie ist die Sanie

Hameln (CK). Eine Baustellenparty reicht nicht aus, um die mit der Sanierung der Fußgängerzone verbundenen Beeinträchtigungen aufzufangen. Das gilt zwar nicht nur, aber ganz besonders für die in der Altstadt, besonders in der Osterstraße und am Pferdemarkt, ansässige Gastronomie. Gabriele Güse, gerade wiedergewählte Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), weiß natürlich, dass sich vor allem Stadtmarketing und Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) „immer wieder Gedanken machen“, um die auf drei Jahre angelegte Bauzeit für alle möglichst erträglich zu machen. Und dass auf Überraschungen immer wieder kurzfristig reagiert werden müsse.

„Die durch die lange Bauzeit verursachte Situation ist sicher nicht einfach, weder für die Gastronomie noch für den Einzelhandel“, weiß auch HMT-Chef Harald Wanger. Natürlich werde es Belastungen geben, dafür sei hinterher aber alles umso schöner. „Man könnte die Fußgängerzone sicher auch in kürzerer Zeit sanieren. Dann aber wäre die komplette Innenstadt praktisch lahmgelegt“, warnt Wanger.

Vor allem in den letzten zwei Jahren hat sich das Bild in Oster- und Bäckerstraße schon ziemlich gewandelt: Hier reiht sich Café an Café, die allermeisten haben auch Außenbestuhlung. Auch wenn Gabriele Güse hier irgendwo eine „natürliche Grenze“ sieht, so verweist sie doch auf die Prinzipien der freien Marktwirtschaft, wonach es jedem selbst überlassen bleibe, ein Eis- oder anderes Café in der Fußgängerzone zu eröffnen, entsprechende Genehmigung vorausgesetzt. Was ihrer Ansicht nach aber dringend fehlt: „Es muss abends mehr Leben in die Innenstadt!“ Über die Neugestaltung der Fußgängerzone an sich könne man natürlich trefflich streiten, aber passieren muss hier nach Ansicht von Güse dringend etwas, auch im Interesse der Gastronomen aus dem Umland. „Wer kommt denn etwa nach Esperde, wenn in Hameln nichts los ist?“, fragt sie rhetorisch, auch mit Blick auf das geschlossene Museum und die ebenfalls geschlossene Erlebniswelt Renaissance.

Dass die Gastronomie (und auch die Hotellerie) aber auch ohne die Bauarbeiten in der Fußgängerzone derzeit zu kämpfen hat, daraus macht die Dehoga-Chefin kein Hehl. Der extrem lange Winter hat den Unternehmen bereits einen Teil des Geschäfts verhagelt, und auch die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotels von 19 auf sieben Prozent sei noch keine endgültige Lösung. „Das ist ungeheuer schwierig, wenn für die Übernachtung der ermäßigte Satz gilt, für das Frühstück aber der volle. Unsere Mitarbeiter haben deswegen täglich Diskussionen am Tresen, vor allem mit Geschäftsreisenden, die anschließend mit dem Finanzamt klarkommen müssen“, sagt sie.

Immerhin nutzen nach Güses Erfahrung etliche Berufskollegen die Steuerentlastung, zum zu investieren. Familie Güse selbst hat in der „Börse“ investiert, hat das Dach des Gebäudes angehoben, um mehr Kapazitäten und eine noch höhere Qualität zu schaffen – Gesamtinvestition: rund 200 000 Euro. „Auch viele anderen Kollegen investieren, unter anderem auch in das Preis-Leistungs-Verhältnis oder in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter, um im europäischen Markt wettbewerbsfähig zu werden“, weiß die Vorsitzende. Und die, die noch nicht investiert haben, könnten dadurch wenigstens Umsatzrückgänge auffangen und müssten deshalb nicht schließen.

Ein Riesenevent war für Güse und ihre Berufskollegen das Rattenfänger-Jubiläumsjahr. „Ob der Erfolg nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Aber wir gehen eigentlich davon aus“, sagt sie. Und Wanger bestätigt: „Im letzten Jahr gab es wegen des Jubiläums ein sehr, sehr gutes, außergewöhnliches Ergebnis, sowohl in Zahlen als auch im Renommee. „Schade nur, dass so viele Betriebe die Plattform des Verbandes nicht nutzen und zu wenig Solidarität untereinander zeigen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt