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Lippenstiftgroßer Gegenstand löst Großalarm aus / Möglicherweise "Prüfstab"?

ABC-Alarm im Extertaler Rathaus: "Plötzlich war hier der Teufel los"

Bösingfeld (crs). Ein lippenstiftgroßer Gegenstand hat am Mittwochnachmittag im Rathaus Extertal einen Großalarm ausgelöst. Wegen des Verdachts auf radioaktive Strahlung wurde das Gebäude komplett abgeriegelt, Experten des ABC-Zuges, Fachbehörden und Mediziner untersuchten das verdächtige Objekt. Ergebnis nach dem rund dreistündigen Einsatz: Keine Strahlung feststellbar, alle Aufregung umsonst. Worum es sich bei dem Gegenstand handelt, ist indes nach wie vor unklar.

veröffentlicht am 25.01.2008 um 00:00 Uhr

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Entdeckt worden war der rätselhafte Gegenstand (Bürgermeister Hans Hoppenberg: "Der sieht aus wie ein gebrauchter Lippenstift") bei einer Haushaltsauflösung in Bösingfeld. In der Wohnung eines verstorbenen Elektro-Technikers war ein Extertaler auf das ihm unbekannte Objekt gestoßen und stutzig geworden. Zwar wusste der Mann die Funktion des Gegenstands nicht einzuordnen, dass es sich dabei aber um Sondermüll handeln könnte, vermutete er sofort - und den wollte er ordnungsgemäß entsorgen. Von der Bezirksregierung bekam er telefonisch die Auskunft, dass das Ordnungsamt der Gemeinde Extertal hierfür zuständig sei. Und so landete der entsorgungswillige Mann am Mittwochvormittag in der Gemeindeverwaltung Extertal. Wie es der Zufall wollte, war einer der beteiligten Verwaltungsmitarbeiter zugleich Feuerwehrmann, und der sah in einer auf dem Gegenstand angebrachten Bezeichnung ein Indiz für eine mögliche radioaktive Strahlung. Um sicherzugehen, dass der "Lippenstift" harmlos ist, veranlasste der Mitarbeiter einen Feuerwehreinsatz. "Und plötzlich war hier der Teufel los." Extertals Bürgermeister Hoppenberg hat sein Rathaus wohl noch nie zuvor derart in Aufruhr erlebt. Das gesamte Gebäude wurde abgesperrt, "hier kam keiner mehr rein oder raus". Die alarmierte Feuerwehr zog den ABC-Zug des Kreises Lippe hinzu, ebenso etliche Fachbehörden und Mediziner, die mögliche gesundheitliche Risiken abschätzen sollten. Unter der Leitung des künftigen Kreisbrandmeisters Karl-Heinz Brakemeier wurden entsprechende Messreihen durchgeführt. Gegen 18 Uhr gab es Entwarnung: Von dem Gegenstand geht keine radioaktive Strahlung aus. Hoppenberg: "Da konnten die Verwaltungsmitarbeiter beruhigt Feierabend machen." Mittlerweile hat sich auch das Düsseldorfer Landesamt für Strahlenschutz in die Untersuchungen eingeschaltet. Allerdings wusste auch deren Experte gestern mit dem Gegenstand nicht so recht etwas anzufangen. "Wir wissen immer noch nicht genau, was dieses Ding eigentlich ist", sagt Hoppenberg. Aufgrund des Berufs des Verstorbenenbesteht die Vermutung, es könnte sich dabei um einen "Prüfstab" handeln, der eine von Geräten ausgehende Strahlung feststellen kann. Die Strahlungsexperten haben den Gegenstand mit nach Düsseldorf genommen. Den großen Aufwand hält Hoppenberg auch im Nachhinein für gerechtfertigt. "Der Bürger hat umsichtig gehandelt, die Feuerwehr professionell reagiert."



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