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Mit neuer Technik zum Unfallort: "Autobahn-Feuerwehr" zeigt Politikern Gefahren für Retter auf

A 2: Lauenauer für Lkw-Crashs besser gerüstet

Lauenau (nah). Lauenauer Feuerwehrleute können jetzt noch besser verunglückten Personen helfen. Soeben hat die "Autobahn-Feuerwehr" des Fleckens einen neuen Rettungssatz mit Schere, Spreizer, Hydraulikzylinder und Pedal-Schneider übernommen. Eigens dafür wurde eines der Einsatzfahrzeuge umgerüstet. Die bisherige Ausrüstung war fast 20 Jahre alt. Die neue hat 22 000 Euro gekostet - finanziert durch die Samtgemeinde Rodenberg und den Landkreis Schaumburg.

veröffentlicht am 14.02.2008 um 00:00 Uhr

Für schwere Unfälle auf der Autobahn ist die Lauenauer Feuerwehr

Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker ließ zum Auftakt des wöchentlichen Übungsabends die Aktiven im Gerätehaus antreten. "Nicht in Uniform", wie er den anwesenden Gästen aus Kommunalpolitik und von benachbarten Feuerwehren erläuterte, "sondern in unserer Arbeitskleidung". Volker forderte dazu auf, sich nicht nur die neuen Geräte erläutern zu lassen, sondern auch das wahrlich betagte Einsatzfahrzeug in Augenschein zu nehmen: "Es befindet sich dank unserer Pflege noch in einem guten Zustand, aber es ist jetzt 17 Jahre alt." Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann hatte beim Anblick der neuen Ausrüstung die Bilder von der wenige Wochen alten Katastrophe auf der Autobahn vor Augen, bei der drei Menschen ihr Leben lassen mussten. "An vorderster Front hilft nur bestes Gerät." Heilmann bestätigte aktuelle Aussagen des niedersächsischen Innenministeriums: "Unsere Feuerwehren sind wirklich gut ausgerüstet. Aber nur, weil es einen engagierten Samtgemeinderat gibt." Rodenberg stelle jährlich bis zu 300 000 Euro zur Verfügung. Vom Land gibt es, wie berichtet, kein Geld für die Autobahneinsätze der Schaumburger "A 2-Feuerwehren". Heilmann dankte dem Landkreis Schaumburg dafür, dass die Neubeschaffung auch aus Mitteln der Feuerschutzsteuer finanziert worden ist. Gemeindebrandmeister Jürgen Wilkening betonte, dass sich der "Verkehr verdoppelt, die Unfallzahlen vervielfacht haben". Die ersten Rettungsscheren seien vor 20 Jahren bei so genannten "Disco-Unfällen" eingesetzt worden: "Autobahnen galten damals noch als die sichersten Straßen." Heute würden selbst Tempolimits, Überholverbote und Kreuze am Fahrbahnrand nicht viel bewirken. Wilkening verwies auf die hohe Verantwortung der Helfer am Unglücksort: "Sie müssen eigentlich schon Autokonstrukteure sein." Denn Einrichtungen wie Airbag, Gurtstraffer und Seitenaufprallschutz könnten beim Einsatz von Rettungsscheren explosionsartig ausgelöst werden und Menschen verletzen: "Dann werden Airbags zur Gefahr für Retter." Nicht nur Scheren, Zylinder und Spreizer stießen auf das Interesse der Gäste. Die Feuerwehr stellte auch das soeben erworbene "Stab-Fast"-System vor. Das sind stabile Stützen, mit denen sich havarierte Fahrzeuge mit wenigen Handgriffen fest justieren lassen. Bisher standen der Feuerwehr dafür nur Ständersysteme zur Verfügung, wie sie auf Baustellen verwendet werden. Die neue Technik stabilisiert Unfallautos, wenn sie auf dem Dach oder auf der Seite liegen und die Retter zu eingeklemmten Personen vordringen müssen. Große Aufmerksamkeit fand ferner die speziell nach den Wünschen der Lauenauer Feuerwehr konstruierte Arbeitsbühne für den Einsatz an Lkw-Fahrerkabinen. Um diese zu Unglücksorten transportieren zu können, wurde eine ausgediente Haspel für B-Schläuche umgerüstet. Das erfolgte ebenso durch umsichtige Brandbekämpfer wie der Umbau des Löschfahrzeugs, um den neuen Hydrauliksatz fest installieren zu können. Dank entsprechender Länge der Leitungen beträgt die Reichweite 20 Meter.

Stefan Ostermeyer (r.) und Thorsten Lück zeigen Kommunalpolitike
  • Stefan Ostermeyer (r.) und Thorsten Lück zeigen Kommunalpolitikern den Einsatz von Spreizer und Schere. Foto: nah


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