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Vor Gericht: Verfahren gegen 500 Euro Schmerzensgeld eingestellt / Erinnerung ausgelöscht

Üble Anmachsprüche auf dem Schulweg

Bückeburg (ly). Alkohol und Medikamente können eine äußerst unheilige Allianz eingehen, wie man weiß. Einem bislang unbescholtenen Familienvater (3 7) hat diese Kombinationüberdies einen hochnotpeinlichen Auftritt vor dem Amtsgericht beschert. Wenigstens ging die Sache glimpflich aus: Jugendrichter Dr. Dirk von Behren stellte das Verfahren wegen Beleidigung mit Zustimmung von Staatsanwalt Wilfried Stahlhut vorläufig ein. Als Schmerzensgeld muss der Angeklagte dem Opfer 500 Euro zahlen.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

Mitte Januar hatte der Bückeburger eine Pennälerin, die gegen 7.30 Uhr auf dem Weg zur Schule war, mit zwei üblen Sprüchen angemacht. Der etwas weniger schlimme bezog sich auf die gute Figur der noch nicht volljährigen jungen Frau. Im Prozess beteuerte der 37-Jährige jetzt, sich an nichts erinnern zu können. "Mein Mandant stand damals unter dem Einfluss starker Medikamente", bekräftigte Verteidiger Alexander Ulbrich in einer Erklärung. "Laut Akte gibt es aber keinen Zweifel, dass sich die Tat so zugetragen hat."' Durch dieses Geständnis blieb der Schülerin, die zusammen mit ihrem Vater als Zeugin geladen war, eine Aussage erspart. Der Angeklagte leidet nach eigenen Angaben an Schlafstörungen. Am Morgen der Tat will er nach der Nachtschicht Antidepressiva genommen und drei Schnapsgläser Wodka getrunken haben, um schlafen zu können. Vermutlich führte dies zu dem anschließenden Aussetzer. "Ich glaube dem Angeklagten", sagte Richter von Behren. "Auf mich macht er einen völlignormalen Eindruck, eine solche Tat wäre ihm wesensfremd. Doch er muss daraus lernen." Entschuldigt hat sich der 37-Jährige bereits. "Es ist nicht meine Art, jemanden zu beleidigen", sagte er. "Ich möchte mich entschuldigen und hoffe, dass Sie annehmen." Das Mädchen nahm an. Dass derartige Verfahren bei geringer Schuld gegen Geldauflagen eingestellt werden, ist nicht ungewöhnlich. "Der Angeklagte hat keine Vorstrafen und ein Geständnis abgelegt", so Richter von Behren. Und er hat sich glaubhaft entschuldigt, was für die junge Frau vermutlich noch wichtiger ist.



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