weather-image
Künftiger Superintendent sucht die Herausforderung im Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg

Überzeugungstäter ohne Furcht vor dem Neuen

Rinteln (ur). Während der noch amtierende Superintendent Dr. Peter Neumann seine Abschiedsrunden in Gemeinden, Gremien und Institutionen des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg dreht, bereitet sich in Hameln Andreas Kühne-Glaser als designierter Nachfolger gedanklich schon auf die Amtseinführung am 17. September in der Nikolaikirche vor.

veröffentlicht am 15.06.2006 um 00:00 Uhr

Andreas Kühne-Glaser

"Ich bin am 10. März 1955 als einziges Kind meiner Eltern in Hameln geboren, Vater Elektroningenieur, Mutter Buchhändlerin." Mit diesen schlichten Worten zur Person stellte sich der Geistliche aus dem Nachbarkreis im Mai dem Kirchenkreistag vor, und vor allem mit seinen Positionen zur Gemeindearbeit entschied Kühne-Glaser das Anstellungsverfahren für sich. Die Volkskirche in der bisherigen Form werde weiter schrumpfen, was nicht nur der demoskopischen Entwicklung, sondern auch den Ansprüchen der Ich-Gesellschaft geschuldet sei. Hier dürfe man sich aber nicht auf ein innerkirchliches Selbstmitleid zurückziehen: "Man kann es auch als gegebene Realität annehmen und dennoch weiter mit Freude und Selbstbewusstsein daran arbeiten, die Gute Botschaft von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in menschennaher und zeitgerechter Weise zu seinem Nachbarn und in die Welt zu bringen!" heißt es dazu in einem Statement des künftigen Superintendenten. Kühne-Glaser fand nach eigenen Angaben als 16-jähriger über eine Missionsveranstaltung zum Glauben und fand seine erste kirchliche Heimat in der Jugendarbeit der evangelischen Freikirche in Nordhorn. Nach seinem Theologiestudium lernte er als junger Vikar in Göttingen seine Frau Heidemarie kennen. Mit der Psychologin, die in der Hamelner Beratungsstelle des Kinderschutzbundes mit jungen Menschen arbeitet, die von sexuellem Missbrauch und Gewalt betroffen sind, hat er drei Kinder: Hanna, die Erstgeborene, Fabian und David. Seit 14 Jahren wirkt der Theologe am ökumenischen Kirchenzentrum inKlein-Berkel, wo evangelische und katholische Christen partnerschaftlich zusammenwirken. Dieses zunächst als Wagnis betrachtete Projekt bestätigt Kühne-Glaser in seiner Suche nach neuen Wegen ebenso wie sein Engagement für den Bau von Photo-Voltaikanlage und Solaranlage in Kirchenzentrum und Pfarrhaus. Weitere Wirkungsfelder sah er in der Partnerschaft mit einer Patengemeinde in Südamerika und im ökumenischen Forum sowie in Gottesdiensten mit Talkrunden. Im Konfirmandenunterricht sieht der künftige Superintendent eine besondere Chance in der Einbindung von Ehrenamtlichen: "Wenn ich von etwas überzeugt bin, dass es geht und gut ist, bin ich eher unerschrocken", beschreibt Andreas Kühne-Glaser seinen Arbeitsstil.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare