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Landesmuseum: Strategie-Workshop erörtert Stärken, Schwächen und Ziele / Geld reicht nicht

Überlebensfähig nur mit "Hauptamtlichem"

Bückeburg (bus). Ein hochkarätig besetzter Expertenkreis hat am Wochenende die Zukunft des Landesmuseums für Schaumburg-Lippische Geschichte, Landes- und Volkskunde erörtert. Der zwei Tage dauernde Strategie-Workshop analysierte unter der Moderation von Reinhart Richter ("Richter Beratung" Osnabrück) Stärken und Schwächen der Einrichtung, formulierte Ziele und diskutierte deren Umsetzungsmöglichkeiten. Knochentrockenes Fazit: Ohne die dauerhaft gesicherte Bezahlung einer hauptamtlich angestellten Kraft ist das Museum nicht überlebensfähig.

veröffentlicht am 19.02.2008 um 00:00 Uhr

Ohne die Einstellung eines "Hauptamtlichen" steht dem Landesmuse

Dr. Wolfgang Vonscheidt, Vorsitzender des als Trägerverein des Museums fungierenden Schaumburg-Lippischen Heimatvereins, und dessen Stellvertreter Dr. Henning Lemme, zugleich Vorsitzender der Schaumburger Landschaft, brachten zum Ausdruck, dass der Fortbestand des Museums in höchstem Maß den finanziellen Beistand der Stadt Bückeburg bedinge.Bei zahlreichen anderen Vorhaben könne Geld aus Landes- und EU-Programmen weiterhelfen. Aber: "Für die Begleichung von Personalkosten geben diese Töpfe nichts her." In der Analyse der Stärken stellte der Workshop den großen Fundus, das Alleinstellungsmerkmal als Landesmuseum und die in Bückeburg konzentrierte Fachkompetenz heraus. Auf der Schwächen-Seite wurden die räumliche Situation, umfangreicher Renovierungsbedarf, der (siehe oben) fehlende "Hauptamtliche" und die unzureichende finanzielle Basis notiert. Vonscheidt: "Der Heimatverein ist allein nicht in der Lage, ein Haus dieser Größenordnung zu finanzieren." In der Versammlung kursierten Überschläge, die allein für die Posten Gebäudeinvestition, Ausstellungsgestaltung und Renovierung der Exponate mit bis zu 850 000 Euro zu Buche schlugen. Ohne Investitionen in das Gebäude, verdeutlichten Vonscheidt und Lemme, sei indes eine Optimierung der Präsentation kaum realisierbar, das Verharren der Ausstellung auf dem Niveau eines begehbaren Archivs wahrscheinlich. Als inhaltliche Ziele hielt der Expertenkreis die Herausstellung landesgeschichtlicher Gesichtspunkte, das Aufgreifen von Sonderthemen und die Entwicklung zum Veranstaltungsort fest. Hinsichtlich der zu engagierenden Museumsfachkraft hieß es, diese solle sowohl über fachliche Kompetenz als auch hinreichend Sensibilität und Fähigkeit verfügen, Ehrenamtliche für die Museumsarbeit zu gewinnen und in die Arbeit einzubinden. Darüber hinaus gelte es, Kooperationspotenziale zu entwickeln sowie Stadt, Landkreis und Land als Unterstützer und Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen. Fürs erste könnte unterdessen eine Aktualisierung des Museumsschaukastens von Vorteil sein. Die Informationsbox des "State Museum of the History and the Folklore of the former State of Schaumburg-Lippe" begrüßt potenzielle Besucher zwar - "Herzlich willkommen in unserem Kaminzimmer von 1564" - mit ausgesuchter Höflichkeit, verblüfft aber mit längst obsoleten Öffnungszeiten (11.00 bis 16.30 Uhr außer montags), die den Gästen zwangsläufig nicht in jedem Fall den vorsintflutlichen Charme des Hauses, sondern eine verschlossene Eingangstür darbieten.

Reinhardt Richter (v.l.), Dr. Wolfgang Vonscheidt und Dr. Hennin
  • Reinhardt Richter (v.l.), Dr. Wolfgang Vonscheidt und Dr. Henning Lemme präsentieren die Ergebnisse des Strategie-Workshops.


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