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SVG stattet Niederflurbusse mit modernen Einstiegshilfen aus

Über die Rampe klappt es besser

Stadthagen (bes). Seit Kurzem haben zehn Busse der Schaumburger Verkehrs-Gesellschaft (SVG) eine Carbonrampe an Bord, um Menschen im Rollstuhl, mit Rollatoren oder Kinderwagen den Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Die Gesamtkosten für diese Hilfen liegen bei etwa 10 000 Euro.

veröffentlicht am 14.11.2008 um 00:00 Uhr

Jürgen Ostermeier (r.) und Dirk Nolte von der SVG freuen sich üb

Lange hat Jürgen Ostermeier auf diesen Tag gewartet. Endlich kann er mit seinem Rollstuhl in den Niederflurbus rollen, ohne dass er Angst haben muss, umzukippen oder irgendwo hängen zu bleiben. "Die neuen Carbonrampen sind für in der Mobilität eingeschränkte Personen", erklärt Dirk Nolte, Betriebsleiterder SVG. Oder anders gesagt: Für Fahrgäste, die einen Rollator brauchen, im Rollstuhl sitzen oder einen Kinderwagen dabei haben. Unterdessen probiert Ostermeier die Rampe aus und ist mit der neuen Einstiegshilfe vollauf zufrieden. "Jede Rampe kostet etwa 1000 Euro, ist 105 Zentimeter lang und wiegt kaum mehr als vier Kilogramm. Sie wird in eine Haltevorrichtung hinter dem Fahrersitz gestellt", zählt Nolte die Vorteile der Rampe auf, die mit Gewichten bis zu 300 Kilogramm belastet werden kann. Bei Bedarf wird sie mit wenigen Handgriffen innerhalb von zwei Minuten ausgeklappt und verbindet dann die Türschwelle des Busses mit der Bordsteinkante. Mittlerweile sind zehn Niederflurbusse mit solchen Einstiegshilfen ausgestattet. Trotz dieses Engagements der SVG bleiben bei Ostermeier Bedenken, denn in Schaumburg sind nicht nur Busse der SVG unterwegs. Er hofft, dass sich jetzt auch viele der SVG-Subunternehmen diese Rampen anschaffen. "Ich gehe davon aus, dass auch die Subunternehmen nachziehen werden," betont Nolte, zumal da die Firma Rottmann auch schon solche Einstiegshilfen verwende. Allerdings bestehe ein Problem darin, dass diese Rampen nur in Niederflurbussen eingesetzt werden können und nicht jedes Subunternehmen über solche Fahrzeuge in ausreichender Zahl verfügt. Nolte rechnet aber damit, dass bei der Neubeschaffung Zug um Zug auf diese Probleme reagiert wird. Ein sofortiger Komplettaustausch der Busflotten sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Angesichts dieses Mangels an geeigneten Bussen erhofft sich Ostermeier Hilfestellung von der SVG. So könne der Einsatz von Niederflurbussen in den Fahrplänen durch eine farbliche Hervorhebung oder durch Piktogramme deutlich gemacht werden. "Das ist ein guter Gedanke. Die neuen Fahrpläne werden leider schon gedruckt", sagt Nolte und erklärt, dass die SVG solch konstruktive Kritik in Zukunft umsetzen wolle.



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