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SZ/LZ-Sommeraktion: Führung durch das Druckzentrum der Dewezet-Gruppe

Über den Köpfen rattert die Zeitung - und nachts herrscht hier Hochbetrieb

Rinteln/Hameln (crs). Eigentlich ist der Gang durchs Druckzentrum der Dewezet-Zeitungsgruppe ein Ausflug für Nachtschwärmer. Denn tagsüber tut sich hier gar nichts, erst um Punkt 23 Uhr läuft die große Rotationsmaschine an. Bis tief in die Nacht werden dann die Schaumburger Zeitung, die Bückeburger Landes-Zeitung und fünf weitere Zeitungstitel gedruckt. Für die SZ/LZ-Sommeraktion hat Carsten Wilkesmann als technischer Betriebsleiter einen etwas familienfreundlicheren Besichtigungstermin möglich gemacht: Immer dienstags wird ein Anzeigenblatt schon am späten Nachmittag gedruckt - und so konnten 30 Leser unserer Zeitung live und hautnah bei der Produktion dabei sein.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:39 Uhr

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Und einen Eindruck von den Arbeitsabläufen in einem der modernsten Druckzentren Deutschlands bekommen. Bis unter die hohe Hallendecke stapeln sich im Papierlager die Zeitungsrollen: Bis zu 1300 Kilo schwer sind die aus 100 Prozent Altpapier bestehenden Rollengiganten, pro Jahr werden hier 3700 Tonnen Papier verarbeitet. Und zwar ausschließlich zu Zeitungen, wie Wilkesmann erläutert: "Rund 62 000 Exemplare produzieren wir hier unter der Woche, etwa 75 000 sind es für die Wochenendausgabe." Außer Papier braucht man vor allem Farbe zum Drucken, "und zwar genau vier Farben: Blau, rot, gelb und schwarz", erklärt Wilkesmann anhand einer Abbildung des Hamelner Rattenfängers in buntem Gewand den modernen Vierfarbdruck und macht die Teilnehmer auf eine damit zusammenhängende Besonderheit aufmerksam: Auf jeder Zeitungsseite unten finden sich vier kleine Punkte in den vier Druckfarben - "so können die Drucker die Farben kontrollieren". Irre laut wird es im nächsten Raum, wenn hier die gewaltige Druckmaschine anläuft. Rund 5 Millionen Euro hat das Kernstück des im Frühjahr 2004 eingeweihten Druckzentrums gekostet - die wichtigste Neuerung im Vergleich zu früher: Heute können sämtliche Zeitungsseiten vierfarbig gedruckt werden. "Dafür müssen zuvor vier Druckplatten angefertigt werden", erklärt Wilkesmann weiter - je eine für jede Farbe, deren lichtempfindliche Oberfläche mittels eines Laserstrahls belichtet wird. Etwa 500 Druckplatten sind das jede Nacht für alle sieben Zeitungen zusammen. Über zwei Walzen werden die in die Maschine eingehängten Druckplatten dann mit Wasser und Farbe benetzt, die Farbe wird voneinem Gummiläppchen abgenommen, das wiederum bedruckt das Papier - fertig. Ist die Zeitung gedruckt, rattert sieüber ein gigantisches Transportsystem in den nächsten Raum, wird hier mit Beilagen bestückt, in kleinere Bündel verpackt und zum Abtransport bereitgestellt. Und spätestens um 6 Uhr am nächsten Morgen liegt sie beim Leser im Briefkasten. "Auch wenn es heute ganz geruhsam und beschaulich zugeht - am Freitagabend herrscht hier ein Gewusel wie im Bienenkorb", erzählt Wilkesmann: Dann müssen die 25 Mitarbeiter des Druckzentrums Hand in Hand arbeiten, muss die Logistik optimal funktionieren. Wo heute das Druckzentrum steht, blühte übrigens noch vor wenigen Jahren ein gewaltiges Sonnenblumenfeld. Damals hieß die Carl-Wilhelm-Niemeyer-Straße noch Heliosallee, als Expo-Projekt sollte hier eine Solarfabrik entstehen. Aus den Plänen wurde nichts - und heute erinnert an das Sonnenblumenfeld allenfalls noch die sonnenblumengelbe Farbe der hier gedruckten Zeitungen.

Über den Köpfen rattern die fertig gedruckten Zeitungen durch di
  • Über den Köpfen rattern die fertig gedruckten Zeitungen durch die Halle, werden mit Beilagen bestückt und für den Transport verpackt.
5 Millionen Euro hat die gewaltige Druckmaschine gekostet, das H
  • 5 Millionen Euro hat die gewaltige Druckmaschine gekostet, das Herzstück des Hamelner Druckzentrums. Betriebsleiter Carsten Wilkesmann (r.) erläutert anhand einer Druckplatte die Arbeitsweise. Fotos: crs
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