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Große Resonanz beim Vortrag mit kombiniertem Friedhofsbesuch

Über das Leben der jüdischen Gemeinde

Obernkirchen (rd). Die Vortragsveranstaltung am Freitagabend im evangelischen Gemeindezentrum Rote Schule, zu der die evangelische- und die katholische Kirchengemeinde der Bergstadt sowie das "Kulturfenster" eingeladen hatten, hat sich mit der Geschichte der jüdischen Synagogengemeinde Obernkirchen und ihrem Friedhofes im Uhlenbruchtal befasst. Rund 60 interessierte Gäste waren dieser Einladung gefolgt, beim Besuch auf dem Friedhof am Sonntagnachmittag waren es sogar noch einige mehr.

veröffentlicht am 16.05.2007 um 00:00 Uhr

Sehr groß war die Resonanz am Sonntag auf dem Friedhof. Foto: pr

Rolf-Bernd de Groot berichtete von den ersten Obernkirchener Schutzjuden nach der Reformation, von ihrer Emanzipation im französischen Königreich Westfalen, der Gründung und dem Aufblühen der Synagogengemeinde. Zugleich stellte er prägnante Familien vor. Über den jüdischen Vorsitzenden des Handels- und Gewerbevereins, den patriotischen Mitgliedern des jüdischen Frontkämpferbundes schilderte er den Weg in das Unfassbare, in den Zivilisationsbruch, der innerhalb von Monaten aus guten Nachbarn und Rottbrüdern rassisch minderwertige Untermenschen machte. Das Wegsehen direkt nach dem Krieg wurde ebenso thematisiert wie die ersten, zaghaften Versuche einer so genannten "Vergangenheitsbewältigung". Am Sonntagnachmittag ging es um die Bedeutung des "Guten Ortes", den Stellenwert von Begräbnis und Friedhof im jüdischen Glauben. Die Historie des "jüdischen Totenhofes" wurde anschaulich dargestellt, Symbolik und Texte auf den Steinen ausführlich erklärt. Dem Aufruf, sich an dem "Freundeskreis jüdischer Friedhof" zu beteiligen, haben 30 Bürger spontan zugestimmt. Dabei geht es hauptsächlich um die Beteiligung und Bereitschaft, Verantwortung für den Begräbnisort zu übernehmen und dort gelegentlich nach dem rechten zu sehen. Auch eine ganze Reihe Stadthäger Bürgerinnen und Bürger waren zu den beiden Veranstaltungen gekommen - wohl auch eine Resonanz auf das gestiegene öffentliche Interesse in der Kreisstadt an zeitgemäßen Formen des Umgangs mit Erinnerung. Kontakt: Wer sich am "Freundeskreis jüdischer Friedhof" beteiligen möchte, kann seinen Namen mit Adresse bei der Info-Galerie in der Friedrich-Ebert-Straße hinterlassen, wo entsprechende Listen ausliegen. In der Info-Galerie ist auch der Schlüssel für das Friedhofstor erhältlich, den sich Interessierte für für einen Besuch aufdem Friedhof im Uhlenbruchtal ausleihen können.



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