weather-image
Kriegsfolgen ließen Kinderzahl explodieren / Am 31. Mai ist wieder Treffen der einstigen Brennerstraßen-Kinder

Über 200 Butjer bevölkerten einst die Brennerstraße!

Rinteln (ur). Kinder in der Brennerstraße - wie viele mag es heute noch davon geben? Drei oder vier sind dem Schreiber dieser Zeilen persönlich bekannt - und es mag durchaus sein, dass man bei einer Volkszählung maximal auf die doppelte Anzahl käme.

veröffentlicht am 26.03.2008 um 00:00 Uhr

1996 sammelten ehemalige "Brennerstraßen-Kinder" für das Denkmal

In jedem Fall ist das kein Vergleich zu denüber 200 Jungen und Mädchen zwischen acht und 18 Jahren, die dort im Jahre 1946 registriert waren - in jener Zeit also, als rund 80 Prozent der Rintelner Bevölkerung in der Altstadt wohnte und die Gesamtzahl der Einwohner innerhalb eines Jahres von 6500 auf über 11 000 Menschen anstieg. Schließlich mussten viele hundert Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostpreußen, Schlesien und Hinterpommern untergebracht werden. Man musste sich mit den Verhältnissen arrangieren - und nicht immer fiel es leicht, zusammenzurücken und Küche, Bad oder Toilette mit zunächst völlig Fremden zu teilen, das vertraute Wohnzimmer aufzugeben. Konflikte zwischen Alteingesessenen und den Neubürgern waren programmiert - und wenn es auch gute Beispiele von aktivem Bemühen um ein gedeihliches Miteinander auf engstem Raum gab, so erschien die Kluft zwischen diesen Gruppen doch fast unüberwindbar. "In dieser Zeit waren es immer wieder die Kinder, die erste Bande miteinander knüpften, Spielzeug und Butterbrot teilten und so manche Hürden überwanden und Vorurteile abbauten", erinnert sich Altbürgermeister Friedrich-Wilhelm Hoppe als eines dieser "Brennerstraßen-Kinder: "Wenn auch viele die Weserstadt verließen, als sich die Situation nach der Währungsreform von 1948 normalisierte, so blieben doch viele Kontakte erhalten." Was dann beim 750-jährigen Stadtjubiläum von 1989 zu einem Treffen führte, bei dem die Idee für ein regelmäßiges Wiedersehen entstand. Seit nun fast 20 Jahren kommen sie im Zweijahresrhythmus in Rinteln zusammen - aus Hamburg und Köln, Aachen und München, ja selbst aus Mallorca und von Übersee. "Auch in diesem Jahr wird es am 31. Mai wieder ein solches Treffen geben", kündigt Hoppe dazu als einer der Initiatoren an. Gemeinsam mit Margret Laue und Herbert Lehmeier hat er ein buntes Programm zusammengestellt, damit die in alle Himmelsrichtungen verstreuten Brennerstraßen-Kinder beim Wiedersehen nicht nur über alte Zeiten klönen und Erinnerungen austauschen können, sondern auch ihrer Heimatstadt Rinteln aufs Neue begegnen. Eine Altstadtführung gehört ebenso dazu wie eine Fahrt mit der "Brissago", und natürlich steht wieder ein geselliger Abend im Mittelpunkt des Treffens. Schon jetzt liegen mehr als 60 Anmeldungen vor - und die Organisatoren hoffen gar, dass es bis zum Anmeldeschluss Anfang April noch rund 100 Teilnehmer werden. Kontakt: Friedrich-Wilhelm Hoppe, Brennerstraße 16 a, 31737 Rinteln, Rufnummer 05751/2671.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt