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Öffner für die Korrespondenz

Rinteln (who). Die Zeit ist absehbar, da Fundstücke wie diese beiden wahrscheinlich endgültig arbeitslos sind. Immer mehr Menschen kommunizieren übers Internet, sind in soziale Netzwerke verstrickt oder scheinen sich schier pausenlos SMS via Smartphone zuzusenden. Da sollte klassische Brieföffner wie unsere Fundstück-Kollegen doch die Verzweiflung packen.

veröffentlicht am 12.01.2013 um 00:00 Uhr

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Als das Duo noch jung war, gefühlt vor mindestens über 40 Jahren, da war der auf Papier geschriebene Brief die gängige Art der Kommunikation. Seit Jahrtausenden schickten sich Menschen Mitteilungen jedweder Art in Gestalt von Briefen. In der Antike schrieb man auf Tontafeln oder Wertvolles auf Pergament aus besonders präparierten Tierhäuten, was den Briefverkehr nicht zuletzt aus Kostengründen noch in Grenzen hielt. Der Boom kam auf im Mittelalter mit der preiswerteren Massen-Herstellung von Büttenpapier aus Lumpen sowie in neuerer Zeit aus Holz als Grundstoff. Als mit zunehmender und allmählich flächendeckender Schulbildung (etwa ab Anfang des 19. Jahrhunderts) fast alle Deutschen des Lesens und Schreibens mächtig waren, hatte das Briefeschreiben auch mächtig Konjunktur unter dem gewöhnlichen Volk. Bis dahin noch gehörte der handgeschriebene Brief zur Kultur der Oberschicht beziehungsweise der Gebildeten.

Vor allem der Ausbau des Postwesens mit günstigen Tarifen für die Beförderung ließ den Briefverkehr zur nicht enden wollenden Flut anschwellen. Spätestens an dieser Stelle war er gefragt und gefordert, der Brieföffner. In der Regel hat er sein Aussehen bis heute behalten. Meist waren es spitze schlanke Gegenstände in Form von Messern oder Minischwertern, die halfen, Briefe aus verschlossenen Umschlägen (Kuverts) zu befreien oder wie in den Jahrhunderten davor, Siegel von gefalteten oder aufgerollten Schriftstücken zu lösen beziehungsweise zu brechen. Speziell in dieser Zeit kam dem Brieföffner über lange Zeit ein gewisser Wert als Statussymbol zu. Vor allem als noch nicht jedermann des Schreibens mächtig war, war man jemand, wenn man entweder selber schrieb oder Geschriebenes empfing…



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