weather-image
14°
"Forsthaus Halt": Jägerschaft Schaumburg zieht positive Bilanz / 3700 Nicht-Jäger informiert

Öffentlichkeitsarbeit ein wesentlicher Aspekt

Stadthagen (sk). Seitdem die Jägerschaft Schaumburg e.V. das "Forsthaus Halt" in Hörkamp-Langenbruch vor zwei Jahren saniert hat, finden dort Seminare und gesellige Veranstaltungen statt, von denen auch Nicht-Jäger profitieren. Von Frühjahr bis Herbst 2005 hat die Jägerschaft insgesamt 3658 Kindern und Erwachsenen Wald undJagdwesen nahegebracht.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 16:18 Uhr

Henning Holzhausen (vl.) mit Reinhold Siegmann, Kreisjägermeiste

Kreisforstamtsleiter Bernhard Michel hatte der Jägerschaft die Idee unterbreitet, das "Forsthaus Halt", ein Immobilie im Besitz des Landkreises, zu sanieren und als Domizil zu nutzen. Im ersten Ansatz konnten sich die Jäger mit dem Projekt nicht anfreunden. Zu marode waren Haupthaus und Nebengebäude. Dann aber, so der Vorsitzende der Jägerschaft, Henning Holzhausen, habe man überlegt: "Die Chance kriegen wir nie wieder." 2004 wurde der Entschluss zur Sanierung gefasst. Der Landkreis investierte 150 000 Euro, die Jäger setzen 4000 ehrenamtliche Arbeitsstunden ein. Im Frühjahr 2005 war das Haus fertiggestellt, Seminarräume mit moderner Technik und Unterrichtsmaterial ausgestattet, die geräumige Küche "aufgemöbelt", ein gemütlicher Klönbereich geschaffen. Drei schlichte Gästezimmer für Referenten gibt es im Haus, eine Wohnung für die Hausverwalterin, einen Keller mit Kühlbereich für Wildbret. Der Vorstand der Jägerschaft arbeitete ein Nutzungskonzept für das Forsthaus aus. Bildung und Fortbildung lautet der Konzeptschwerpunkt. Jeweils von September bis April findet im "Forsthaus Halt" ein Jungjägerlehrgang statt, der bisher waldfern in Bad Eilsen durchgeführt wurde. Jetzt lernen die Prüfungsanwärter vor Ort, unter anderem parallel zu den jährlichen Treibjagden. Ferner steht interne Weiterbildung für bereis erfahrene Jäger auf dem Programm. Ein "wesentlicher Aspekt" der Forsthausnutzung, so Holzhausen, sei dieÖffentlichkeitsarbeit. Vor allem Kinder und Jugendliche wolle man erreichen, ihnen die Natur und die Bedeutung des Jagdwesens nahe bringen. Hierzu nutzt die Jägerschaft außer dem Forsthaus ein Info-Mobil mit präparierten Waldtieren. In 40 Veranstaltungen von Frühjahr bis Herbst 2005 - für 2006 liegt die Statistik noch nicht vor - haben die Jäger über Vereine, Schulen und Kindergärten 2234 Kinder erreicht. Weiterhin informierte die Jägerschaft im Forsthaus 1424 Erwachsene. Die Landfrauen hörten im Rahmen einer Wanderung im "Forsthaus" einen Vortrag über Jagd und Forst. Die Jagdgenossenschaft Reinsdorf besuchte das Jäger-Domizil, außerdem der Postsportverein, CDU und SPD, der Lions- und der Rotary Club. Naturnahe Gruppen nutzen das Forsthaus regelmäßig. Die Imker im Landkreis halten hier Sitzungen ab. Lehrer und Erzieher nehmen an Jungjägerlehrgängen teil - nicht um Jäger zu werden, sondern, um sich über Wald und Jagd zu informieren. Hiervon profitieren unter anderem die drei Waldkindergärten im Landkreis. Der Verkehrsverein Wendthagen-Ehlen bringt sich ins Forsthaus-Konzept ein, unter anderem findet hier jährlich ein Waldgottesdienst statt. Weiterhin nutzen das Kreisforstamt und das Veterinäramt das "Forsthaus Halt" für Weiterbildungsveranstaltungen. Zwischen der Jägerschaft als ehrenamtlicher Organisation und dem Forstamt bestehe ein "enger Schulterschluss" in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, freute sich Holzhausen. Unter anderem werde unter der Überschrift "Jagd und Genuss" das sechsstündige Seminar "Vom Wald in die Küche" angeboten. Wer das "Forsthaus Halt" besuchen oder die Räume nutzen möchte, kann sich unter (05723) 7241 an Henning Holzhausen wenden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare